Diese bezaubernde Geschichte haben uns die Freiwilligen aus Leipzig geschickt. Erna, Margi und Gudrun – alle drei gehörten zu den ersten Freiwilligen in der damaligen DDR. Ihr Lebenszeugnis hat nach ihrem Tod ein Denkmal bekommen. „Solange ihr an mich denkt, ihr von mir erzählt, ihr mich in euren Herzen tragt, so lange bin ich bei euch.“

Erna Wollschläger (29.5.1919 – 8.10.1999) war Seelsorgehelferin (heute Gemeindereferentin) und eine der ersten Freiwilligen in der DDR. Später wurde sie die erste Delegierte der Freiwilligen der ehemaligen Zone Leipzig. Sie brannte für das Ideal und wollte es durch ihr Leben an andere weitergeben. 

Bereits lange davor, im Jahre 1943, schenkte sich Erna ganz Gott. 1987 schrieb sie darüber in einem ihrer geistlichen Testamente: “Von diesem Augenblick an war alles, was ich tat, für IHN. Ich wollte nur SEINEN Willen erfüllen“. Zur Sendung als Seelsorgehelferin in der damaligen Apostolischen Administratur Magdeburg bekam sie ein Relief geschenkt. 

Petra P., damals GEN, lebte einige Jahre in Magdeburg und traf Erna dort sehr oft. Die Reliefdarstellung berührte Petra tief. Deshalb begleitet sie ein Foto davon bis heute, und sie kam auch auf die Idee, diese kleine Geschichte aufzuschreiben. 

Brigitte Ohm (Margi) brachte Erna, schon gezeichnet von Leid und Tod, in ihren letzten Lebenswochen nach Leipzig und pflegte sie in ihrer eigenen Wohnung. Margi und die Freiwilligen wussten um die besondere Bedeutung dieses Reliefs für Erna und ließen es deshalb auf ihrem Grabstein anbringen. Es soll Ernas Leben deutlich machen: Durch Leid und Tod zur Auferstehung. Margi kümmerte sich 20 Jahre lang liebevoll um Blumen und Pflege des Grabes.

Am Ende der Liegezeit auf dem Zwochauer Friedhof war nun die Frage, was wird mit Ernas Grabstein werden? Margi, (17.08.1949 – 14.10.2019), hatte sofort die richtige Antwort im Sinne der Gütergemeinschaft: „Diesen Stein bekommt die Freiwillige, die als nächste stirbt“. Ob sie es ahnte, dass sie selbst die Nächste sein würde? Wir glauben es eher nicht. Margi war immer selbstlos und gab allen Überfluss sofort in die Gemeinschaft. Margi, kurz vor ihrem 70. Geburtstag unheilbar erkrankt, bekam Ernas Grabstein. 

Welch eine Vorsehung: Erna und Margi – zwei Freiwillige der ersten Stunde tief im Herzen vereint.  

Am 03.12.2025 starb Gudrun Selinger (*23.12.1942), eine weitere Säule der Freiwilligen in der DDR. Viele Jahre war sie die Verantwortliche der Freiwilligen der Zone Leipzig als Nachfolgerin von Erna. Ihr Wunsch war ein einfaches Wiesenurnengrab mit kleiner Namensplatte. Auf dem Connewitzer Friedhof sieht die Friedhofsordnung das aber nicht vor.

Und nun hat der Hl. Geist uns geführt. Die Urne von Gudrun durfte im Sarggrab von Margi beigesetzt werden. 

Wie perfekt! Drei der ersten Freiwilligen der DDR, drei Säulen der Freiwilligen, drei Menschen mit einer großen Liebe zu Jesus und zum Charisma von Chiara sind vereint und der Stein kann diese Geschichte erzählen. DEO GRATIAS!

Betrag und Fotos von Elisabeth Kuschnik, Petra Pietzonka und Annette Löbner.