Das Leben nach dem Wort liegt vielen am Herzen. Das merken auch die neuen Autorinnen und Autoren der deutschen Kommentare.

Seit Januar 2026 verfassen sechs Frauen und sechs Männer aus der D-A-CH-Zone die deutschsprachigen Kommentare zum „Wort des Lebens“. Das zunächst auf zwei Jahre (2026 und 2027) begrenzte Projekt war nach vielfältigen Überlegungen inhaltlicher Art aus dem Zonenrat 2024 heraus entstanden. In einem Brief an die Zonetten drückten Uschi Schmitt und Roberto Rossi, die beiden Zonendelegierten, die Hoffnung aus, dass diese Initiatve „eine Gelegenheit ist, unser Engagement für das Leben aus dem Wort Gottes zu erneuern“.

Anlass für diese Entscheidung waren die Rückmeldungen, die zu den übersetzten „internationalen Kommentaren“ in den letzten Jahren gekommen waren und der Wunsch, den Kommentar stärker zu inkulturieren (Sprache, Bilder, kultureller und historischer Kontext) und so einen neuen Impuls zum Leben des Wortes zu geben.

Nach Rücksprache mit dem Internationalen Zentrum der Fokolar-Bewegung und mit der ausdrücklichen Ermutigung durch die Beraterinnen und Berater der Aspekte Gelb (Spiritualität und Gebet) sowie Indigo (Weisheit und Studium) ging es dann in die Umsetzung. Zwölf Autorinnen und Autoren haben sich auf diesen Weg eingelassen. Sie werden unterstützt von Philippe Van den Heede, einem Fokolar und Bibelwissenschaftler aus Loppiano, wie auch von der Redaktion der Zeitschrift NEUE STADT.

„Startschuss“ war ein Wochenende im Mai 2025 in Ottmaring, bei dem sie gemeinsam die für 2026 vom Internationalen Zentrum ausgewählten Schriftstellen in den Blick nahmen. Wir berichteten darüber im Januar/Februar-Heft.

Autorinnen und Autoren der deutschen Kommentare zum „Wort des Lebens“ im Mai
2025 in Ottmaring

Reaktionen

Wie sehr das Leben nach dem Wort vielen Menschen am Herzen liegt, zeigte sich dann im Januar 2026 wie auch in den folgenden Monaten: Sehr schnell und unmittelbar trafen zahlreiche Reaktionen und Rückmeldungen ein, in der Redaktion, den Zonenzentren, bei den Autorinnen und Autoren selbst. Als sich das Team im April 2026 wieder in Ottmaring einfand, waren zwar erst vier Kommentare bei den Leserinnen und Lesern angekommen, aber bereits so viele Rückmeldungen in der Redaktion, dass sie 15 DIN-A4-Seiten füllten. Ganz abgesehen von denen, die direkt an die Verfasser (bis zu diesem Zeitpunkt waren es nur Männer) oder in die Zonenzentren gegangen waren. „Man sieht, dass es für viele Menschen einen hohen Stellenwert hat“, war deshalb ein erster Eindruck.

Bevor die Gruppe sich also in die Schriftstellen vertiefte, die für 2027 ausgewählt wurden, galt der erste Blick der Frage „Wie war es uns beim Schreiben ergangen?“ Nach dem intensiven Austausch darüber nahmen sie gemeinsam die eingegangenen Rückmeldungen auf.

Die darin ausgedrückte Dankbarkeit und positive Ermutigung überwältigte sie fast ein wenig. So viele empfanden die Kommentare als „griffiger“, „gelungen und anregend“; manch einer gestand, sie „seit langer Zeit wieder gern gelesen“ zu haben oder „mit Neugier“ auf die nächsten Kommentare zu warten. Sehr viele berichteten auch davon, dass die „frische, freie und unbelastete“ Sprache zu intensiven Gesprächen (auch in Fokolaren und Kernkreisen) angeregt habe, „was lange nicht der Fall war“.

Jemand schrieb: „Der neue Stil hat mich wach gemacht, weil er aktuelle gesellschaftliche Themen aufgreift und sie beim Namen nennt. Das hilft mir neu, das Wort des Lebens mit meiner Lebenssituation und mit den Menschen, denen ich begegne in Verbindung zu bringen. Es zeigt sich positiv auch als unbequemes Wort, zu dem ich mich positionieren darf. Es ist nicht einfach fromm und richtig, sondern lebendig.“

Was die Person als positiv anregend empfunden hat, war für andere zumindest gewöhungsbedürftig. Bei manch einer Rückmeldung spürte man durchaus ein „Fremdeln“ mit der Art, der Sprache, manchmal auch mit diesem „direkten Bezug zum aktuellen Geschehen“. Einige hatten die Sorge, dass da persönliche Meinung „untergeschoben werde“, die damit für die ganze Fokolar-Bewegung stehe.

Die persönliche Art der Kommentare macht diese für die einen anregend und lebensnah, für andere eher schwer einzuordnen; manche sahen das als Chance: „Es gibt einige (manchmal leicht herausfordernde) Anmerkungen, die uns helfen, das Wort/unsere Haltungen zu reflektieren“; andere taten sich genau damit schwer.

Dieser gemeinsame Blick auf die Rückmeldungen hat die Autorinnen und Autoren gefreut, vor allem aber auch dafür sensibilisiert, wie sehr das „Wort des Lebens“ Menschen in ihrem Leben begleitet.

Wie es weitergeht

Natürlich werden weiter alle Rückmeldungen gesammelt. Im Herbst werden die Zonenzentren und der Zonenrat darüber sprechen und eine erste Bilanz ziehen.

Denn um zu verstehen, wie es 2028 mit den Kommentaren weitergehen wird, braucht es eine gewisse Vorlaufzeit. Vor allem weil sich die Autorinnen und Autoren – im Fall der Fortführung – wieder ein Wochenende wünschen, bei dem sie die ausgewählten Schriftstellen auch dann gemeinsam in den Blick nehmen und aufteilen können. „Ich bin überrascht, wie sehr wir in der kurzen Zeit zusammengewachsen sind und so auch jeder Kommentar zu meinem geworden ist“, unterstrich eine der Anwesenden.

Bei den Rückmeldungen gab es auch die eine oder andere praktische Anregung:

  • Die Frage, ob es nicht auch an der Zeit wäre, das Layout des Handzettels an den neuen Inhalt anzupassen, es aufzufrischen: Der Wunsch ist angekommen, eine Umsetzung muss aber noch ein wenig zurückgestellt werden.
  • Die Bitte, die Kommentare ein wenig kürzer zu schreiben: Dies wird für die Kommentare 2027 angestrebt.
  • Die Frage, wer denn die Autorinnen und Autoren seien. Mehr dazu hier

Soweit erste Einblicke in die Erfahrungen des bisher zurückgelegten Weges. Wie gesagt, Rückmeldungen und Anregungen sind weiterhin willkommen. Sie werden einfließen in die Abwägungen, wie es 2028 weitergehen wird.

Ein Beitrag von Gabi Ballweg aus dem gedruckten Heft „Mariapoli – Nachrichten der Fokolar-Bewegung“, Fotos: Archiv NST