Gertrud König (28.2.1937 – 23.1.2024)

Als Gertrud 1979 die Fokolar-Bewegung kennenlernte, lebte sie in der Nähe von Mönchengladbach, war verheiratet und hatte vier Kinder. Bei einer Mariapoli hörte sie den Satz, der ihr Leben veränderte: „Werft alle Sorgen in den See der Barmherzigkeit. Am Ufer steht ein Schild: Angeln verboten!“ Dieser Gedanke half ihr, einen Neuanfang zu machen, denn ihre damalige Lebenssituation war nicht leicht. Sehr schnell verstand sie ihre Berufung als Freiwillige.

Als ihr Mann 1982 starb, zog sie nach Solingen und war einige Jahre Haushälterin von Pfarrer Stein. Dann pflegte sie vier Jahre die Mutter von Bischof Hemmerle und war anschließend im Haushalt der Priestergemeinschaft mit Günther Freitag und Hubertus Böttcher tätig.

1992 heiratete sie Hans König und zog nach Hagen. Als Hans 2004 starb, zog sie in die Nähe von Münster, wo ein Sohn mit Familie wohnte. Von Chiara Lubich hatte sie das Wort des Lebens: „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe“. Dieser Satz prägte ihr Handeln. Bei Fragen oder Unklarheiten gab sie diese in den Kernkreis, um den Willen Gottes herauszufinden. Das Gebetsleben war ihr sehr wichtig. Sie hatte zudem eine offene Art, auf Menschen zuzugehen und fand so auch in der neuen Umgebung schnell Anschluss durch Kegelclub, Liturgiekreis oder Besuche im Altenheim.

Als sie im Herbst 2023 die Diagnose einer Krebserkrankung mit Lungenmetastasen erhielt, war sie innerlich vorbereitet. Noch als ihre Kräfte nachließen, setzte sie alles daran, am wöchentlichen Kernkreis- und anderen Treffen teilnehmen zu können. Da das Lesen sie zu sehr anstrengte, gestaltete sie ihr Gebetsleben mit Hilfe von Radio Horeb. Die letzten Wochen verbrachte sie im Hospiz. Alle Kinder begleiteten intensiv diesen Weg. Ihre Tochter Sr. Raphaele konnte fast die ganze Zeit bei ihr im Zimmer wohnen. Durch sie konnte auch ihr Kernkreis in direktem Kontakt bleiben, als Gertrud nicht mehr die Kraft hatte, zu telefonieren. Ihr strahlendes Lächeln behielt sie bis zuletzt; sie freute sich auf die Begegnung mit Gott und wünschte sich, dass der Beerdigungsgottesdienst ein Fest sei – und das Lied „Unser Leben sei ein Fest“ prägte diesen Abschied.

Ein Beitrag von Lucie Berger, Sr. Raphaele; bearbeitet von Gabi Ballweg; Foto: privat