Inge Gmünd (25.4.1942 – 12.7.2026)

Sie wuchs mit zwei älteren Halbbrüdern in bescheidenen Verhältnissen auf. Ihre Mutter schaffte es dennoch mit viel Einsatz und Kreativität, ihr eine schöne Kindheit zu bereiten. Nach der Schule hat Inge eine Ausbildung als Kinderkrankenschwester gemacht. Kinder und Jugendliche lagen ihr bis ins hohe Alter am Herzen.

Während eines Urlaubs in Bozen lag in einer Kirche die Zeitschrift „Neue Stadt“ aus, ihr erster Kontakt mit der Fokolar-Bewegung. Die Spiritualität hat sie sofort angesprochen: Gott, der die Liebe ist. Von 1965 bis 1967 war sie in Loppiano, anschließend ein Jahr in Regensburg, zwei in Wien und wechselte dann 1971 nach Heidelberg.

Sie engagierte sich mit allen Kräften und großer Begeisterung. Die Jugendarbeit war ihr Steckenpferd. Mit Kreativität und Freude organisierte sie Begegnungen, Camps und Programm für die Jugendlichen. Viele damalige Heranwachsende erinnern sich noch heute gerne daran. In einer Lebenskrise hat sich Inge für das Verlassen der Gemeinschaft entschieden. Das Leben aus der Spiritualität blieb ihr weiterhin wichtig und prägte ihr Leben. Mehrere Menschen waren ihr in dieser schwierigen Zeit nahe.

Von Natur aus war Inge eher ängstlich und zurückhaltend. Je mehr sie ihr Leben auf Gott ausrichtete, umso mehr ging sie auf ihre Mitmenschen zu, die sie offen, voller Lebensfreude und sehr humorvoll erlebten, mit einem ausgeprägten Sinn für Ästhetik, Schönheit und Harmonie. Ihre kindliche Liebe zu Gott hat ein immer größeres Vertrauen in den Vater im Himmel wachsen lassen, der mit seiner Vorsehung nicht spart. Sie war erfinderisch und großzügig, wenn es darum ging, anderen daran Anteil zu geben. Ihre Liebe zu Jesus am Kreuz und zu Maria sind ihr bei allen persönlichen Schwierigkeiten zur Kraftquelle geworden.

Als sich eine Demenz entwickelte, nahm sie das wahr: „Mein Kopf spielt verrückt!“ nannte sie es. Vor vier Jahren zog sie in ein Heim Auch dort war ihr wichtig, auf ihre Mitbe-wohner und das Personal zuzugehen. Inge hatte keine Angst vorm Sterben: „Wenn ich einmal sterbe, darf ich mich in den barmherzigen Armen Gottes bergen und brauche nichts zu sagen. Er weiß alles.“

Zusammengestellt von U.Haaf/M.Kuschel/U.Glasmacher/B.Seeger; Foto: privat