
Werner Urban (25.5.1935 – 28.12.2025)
Ein halbes Jahr nach seiner Frau Isabella ist Werner im Alter von 90 Jahren in das Haus des Vaters gegangen. Die beiden heirateten 1959 und lernten 1961 die Fokolar-Bewegung kennen. 1969 hatten sie die Gelegenheit, Chiara Lubich persönlich in Berlin zu begegnen, und fühlten ihre Berufung, als verheiratete Fokolare und Familien-Fokolar zu leben.
Viele Jahre waren sie Bezugspunkt für die Kommunität in Erfurt. Mit großer Leidenschaft pflegten sie Kontakte zu Menschen, die sich für das Ideal interessierten, und waren ihnen freundschaftlich verbunden. Dafür reisten sie auch ins Thüringer Umland, nach Polen, in die ehemalige Tschechoslowakei und nach Litauen. Bis zuletzt war ihnen die Rhöner Region anvertraut.
Werner hatte seine Wurzeln im dörflichen Milieu des Sudetenlandes. Die selbstverständliche Geborgenheit in Großfamilie und Natur prägten sein Leben nachhaltig. Die schmerzhafte Erfahrung der Vertreibung aus diesem „Paradies seiner Kindheit“ hielten ihn nicht davon ab, mit großer Zuversicht an christliche Geschwisterlichkeit und Vergebung zu glauben.
Als gelernter Schneider war es ihm immer eine Freude, anderen einen konkreten Dienst zu erweisen. Nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben 1995 verlegten sie ihren Wohnsitz nach Zwochau. Werner kümmerte sich mit Hingabe um die Außenanlagen des Zentrums, war „Buchhändler“ für den Stand der Neuen Stadt, zeitweise auch Weinhändler und Experte der Wirtschaft in Gemeinschaft. Daneben vernachlässigte er auch seine Pflichten als Vater, Großvater und Urgroßvater nicht. Sein Haus war stets für alle offen. Werner lag das Leben der Einheit und mit Jesus in der Mitte besonders am Herzen.
2019 zogen Isa und Werner wieder zurück nach Erfurt. Als Isa gesundheitliche Einschränkungen erlitt, begleitete Werner sie in großer Liebe. Als auch seine Kräfte schwanden, unterstützten ihn seine Kinder und sein Fokolar. Zuversichtlich betonte er bis zuletzt, dass die Partitur seines Lebens im Himmel geschrieben steht und er tagtäglich versucht, zu tun, was ER will. Sein Wort des Lebens lautete: „Er tat, was dem Herrn gefiel“ (2 Könige 22,2).
Zusammengestellt vom Fokolar Zwochau; Foto: privat