Norbert Maiwald (27.2.1936 – 22.5.2024)
Geboren in Breslau kam Norbert als heimatvertriebenes Kind nach Bayern und später zu seinem Vater nach Hannover. Dort arbeitete er bei einer Sozialversicherung. Er lernte – „gut“ katholisch – seine spätere Frau Margrit bei einem Kolpingfest kennen. Beide waren 58 Jahre verheiratet, bekamen zwei Kinder, Frank und Klaus, und drei Enkelkinder.
Norbert machte wenig Aufhebens um seine Person: So bekamen seine Freunde im Kernkreis erst nach Jahrzehnten mit, dass er ein sehr erfolgreicher Sportschütze gewesen war und sogar zum Olympiakader gehört hatte.
1973 lernte Norbert die Fokolar-Bewegung kennen, als er Margrit zu einem Frauentreffen fuhr und zu Männertreffen eingeladen wurde. Wie Margrit wurde er später Freiwilliger.
Norbert war einer der Menschen, deren Dienst und positiver Einfluss erst dann richtig gewürdigt werden, wenn sie nicht mehr da sind. Christian erinnert sich: „Als Norbert den Angelhaken für mich ins Wasser geworfen hatte, habe ich ihn noch ein bisschen zappeln lassen. Angler zappeln aber nicht, schon gar nicht Norbert. In aller Ruhe hat er abgewartet; er wusste, dass Gott seinen Teil dazutun würde. Beim dritten Versuch hatte es dann auch geklappt. Ich hatte die Einladung zu einem Männertreffen angenommen. Ich war gespannt, was mich da erwarten würde: Männer, die sich treffen und über ihren Glauben sprechen, hatte ich vorher so noch nicht erlebt; ich war begeistert. Als das Männer-Fokolar sich aus Hannover verabschiedet hatte, waren Norbert und Margrit viele Jahre Gastgeber für den Kernkreis, der immer mit einem gemeinsamen Abendessen begann. Er war ein nachdenklicher Mensch, der in sich ruhte und dessen Meinung und Rat gefragt war, auch bei Auseinandersetzungen und Konflikten. Gleichzeitig war ‚das Leben zu kurz, um schlechten Wein zu trinken‘. Er war ein hintergründig humorvoller, witziger Mensch, mit dem man gern zu tun hatte. Ein tief im Glauben Verankerter, der Gemeinschaft aufbaute und erhielt, ohne viel frömmelnd zu reden. Ein Freiwilliger.“
Gesundheitliche Einschränkungen und dann eine Krebserkrankung ertrugen er und seine Frau tapfer bis zum Ende.
Ein Beitrag von Christian Müller, Günter Hirth; bearbeitet von Gabi Ballweg; Foto:privat