
Isabella Urban (9.10.1937 – 2.6.2025)
Geboren in Erfurt in Thüringen prägten die Kriegsgefangenschaft und der frühe Tod ihres Vaters aber auch die liebevolle Fürsorge der Mutter für sie und die beiden Brüder die Kindheit von Isabella. Sie lernte den Beruf der Technischen Zeichnerin. Kreativität und Gestaltungssinn prägten ihr Leben, und sie stellte sie großzügig in den Dienst der anderen. Es war ihr immer ein Anliegen, ihr Umfeld harmonisch und einladend zu gestalten.
Durch ihr Engagement in der Jugendarbeit der katholischen Pfarrgemeinde lernte sie Werner kennen, 1959 heirateten sie. Kurz darauf kamen sie mit der Fokolar-Bewegung in Kontakt und fanden dort ihre geistliche Heimat. Später schlugen beide den Weg als verheiratete Fokolare ein. 1969 hatten sie mit anderen aus der damaligen DDR die große Freude, Chiara Lubich persönlich in Berlin zu begegnen.
Die Spiritualität der Fokolar-Bewegung prägte nicht nur das familiäre Leben von Isabella und Werner und ihren drei Töchtern, die dann auch ihren Platz in der Fokolar-Bewegung gefunden haben. Sie gaben auch nach außen Zeugnis davon. So unternahmen sie zahlreiche Reisen zunächst in die nähere Umgebung, später auch nach Litauen, in die Tschechoslowakei, nach Polen. Überall legten sie Zeugnis ab von ihrem Leben der Einheit.
Nach dem Ende ihrer Berufstätigkeit zogen Isabella und Werner nach Zwochau, wo sie mit großem Engagement und Verfügbarkeit Kraft und Kreativität in den Dienst des Mariapolizentrums stellten. Sie kümmerten sich unermüdlich um die Außenanlagen und um den Bücherstand im Foyer des Hauses. 2019 kehrten sie nach Erfurt in die Nähe der Familien der Kinder zurück. Da die Kräfte langsam nachließen, entschlossen sie sich in ein betreutes Wohnen und schließlich ins Pflegeheim umzuziehen.
In der letzten Zeit erlebten die Fokolarinnen ihres Fokolars Isabella trotz aller Einschränkungen als starke Persönlichkeit, als „popa“ (Kind des Evangeliums), geprägt durch die Spiritualität und treu in ihrer Lebensentscheidung. Werner, die Töchter Claudia, Cordula und Clarissa, die Enkel und Urenkel mit ihren Familien haben sie liebevoll umsorgt und begleitet. Ihr Wort des Lebens: „Siehe deine Mutter“ (Johannes 19,27).
Zusammengestellt von Gabi Ballweg; Foto: privat