Am 23. August 2025, genau ein Jahr nach dem Messerangriff auf einem Stadtfest, fand in Solingen eine Gedenkveranstaltung statt. Ursula Dörpinghaus berichtet uns darüber: „Es ging um die Menschen, die zu Opfern wurden, um die Toten, die Verletzten, die Traumatisierten, um uns alle hier in Solingen.“
Sie schreibt weiter: V. E., der bei dem Attentat 2024 schwer verletzt wurde, sagte: „Für viele Menschen war das jetzt wichtig“. Der heutige Tag ist auch eine Art Aufarbeiten und vielleicht Abschluss.
Für uns war es wichtig, mit allen Solidarität zu leben, Schmerz, Trauer und Not zu teilen und gemeinsam zu tragen. Und nach außen zu zeigen: Wir geben nicht auf, wir stehen zusammen.
So wie Oberbürgermeister Tim Kurzbach sagte: „Ihr seid nicht allein. Eure Trauer ist auch unsere Trauer. Wir fühlen mit euch. Wir denken an euch. Wir umarmen euch.“
Ministerpräsident Hendrik Wüst erklärte, er sei als Mensch gekommen, der angefasst war und ist, aber auch stellvertretend für 18 Millionen Menschen in NRW. „Dieser Anschlag galt den Menschen in dieser Stadt. Aber er ist an allen in NRW und Deutschland nicht spurlos vorbei gegangen.“
Er fügte hinzu, die Menschen in Solingen seien stark und hielten zusammen. Anfang August wurde wieder die jährlich Sommerparty in der Stadt begangen und es ist wieder gefeiert worden. „Die Menschen haben dabei der Opfer gedacht. Aber sie haben eben auch wieder gefeiert. Und sie haben damit ein klares Zeichen gesetzt. Der Terror hat nicht gewonnen.“ Anschließend sprach er mit vielen Betroffenen.
Immer wieder tauchte die Frage nach dem Warum auf… Im engen Beieinanderstehen kam man darüber ins Gespräch. Bestärkte sich gegenseitig, auch wenn es keine endgültige Antwort gibt.
Aufbauend die Worte von Superintendentin Ilka Werner, eingefasst in Klangtöne und Vokalmusik, in deren Zentrum der Wunsch nach Frieden stand. Dazu entrollten sich nacheinander vom Kirchendach herunter die Fahnen mit den Worten „Frieden?“ – „Frieden!“ – „Frieden.“ Auch darüber kamen wir untereinander ins Gespräch.
Am Abend dann, zur gleichen Uhrzeit wie das Attentat im Vorjahr, um 21.37 Uhr ein stilles Gedenken und Beten, gestaltet von Vertreterinnen der christlichen Kirchen gemeinsam mit der Stadt Solingen. Rund 250 Menschen verschiedener Nationen und Religionen nahmen teil, alle mit Kerzen in den Händen.
Wir spürten, wie tief der Schrecken, der Schock, der Schmerz noch sitzt. Das Stillwerden und Innehalten tat gut. Eine Frau neben uns brach in Tränen aus, weil sie voriges Jahr betroffen war. Wie konnte ich sie trösten? Eine sanfte Berührung … Ich kann sie nur Gott anvertrauen.
Drei Glockenschläge für die drei Toten, eine Zeit der Stille und des Gebetes, mit Ehrfurcht wurden die Kerzen am Mahnstein niedergelegt. Am Ende ein gemeinsames Lied: „We pray for peace“.
Am nächsten Tag war in der evangelischen Stadtkirche um 10 Uhr ein Gedenkgottesdienst.




Auch vor einem Jahr berichtete Ursula von der Situation in Solingen. Den Artikel mit dem Titel „Teilhabe am Leiden Gottes in der Welt“ kann man HIER nachlesen.
Ein Beitrag von Ursula und Hermann Josef Dörpinghaus. Die Fotos sind von Ursula Dörpinghaus.