Sigrun Zander (1.1.1944 – 23.6.2024)

Geboren in Altenburg/Thüringen kam Sigrun mit drei Jahren mit ihrer Mutter zurück in das zerbombte Berlin. Mit zehn wurde sie getauft und fand bei den Pfadfindermädchen ihrer katholischen Gemeinde ihre geistliche Heimat. Nach dem Studium der Sozialpädagogik zog sie nach Westdeutschland, arbeitete in einem evangelischen Kinderheim in Düsseldorf, wo sie Peter kennenlernte; sie heirateten 1971. 1972 wagten sie den Schritt in die Entwicklungsarbeit: zunächst Somalia und Madagaskar, wo ein Sohn und eine Tochter geboren sind, dann Mali. Vor der Geburt des dritten Kindes 1979 traten sie den Heimweg an; in Ratheim (Kreis Heinsberg) gründeten sie ein Kinderhaus. 33 Jahre waren sie dort verständnisvolle, aufopfernde und liebevolle Eltern. Sie waren geprägt durch die Spiritualität der Fokolar-Bewegung, die sie 1988 kennenlernten. Die Berufung zu Freiwilligen gab ihnen Kraft, die Einheit in allen Situationen konkret zu leben; auch in beiden Gemeinden vor Ort.

Sigrun hat ihren Berliner Charme behalten: in sich ruhend, nie laut, doch klar in dem, was sie sagte. Ohne zu zögern war sie jederzeit zur Hilfe bereit und stets eine sehr gute Vermittlerin auch in schwierigsten Situationen. Ihr Wort des Lebens bekam sie von Chiara aus Psalm 127: „Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst der daran baut“.

2011 erkrankte Sigrun an Krebs, der zweimal erneut auftrat. Beim letzten Kernkreistreffen konnten wir offen, frei und unbefangen über Tod und Auferstehung sprechen. Für uns war sie Vorbild in ihrer Einfachheit, sie tat, was sie als richtig erkannt hatte, suchte in allem und jedem das Gute und Positive zu sehen, ohne die Augen vor dem Negativen zu verschließen, vertraute fest auf Gottes Kraft und Liebe.

Am 30. Mai diktierte sie als Gruß an alle Freiwilligen: „Ganz herzlich möchte ich für eure Einheit danken. – Ich habe sie so fest gespürt, als ich in der letzten Woche nach Atemluft ringend und schnappend, seufzend und weinend und lächelnd, wenn es besser wurde, das eine Wort – JESUS – hauchen konnte. (…) Ich habe für euch gelebt und ihr für mich. Bleiben wir in IHM verbunden, … Danke und UNO, Eure Sigrun.“

Für uns ist sie nun Fürsprecherin im Himmel.             

Ein Beitrag von ihrem Kernkreis Erkelenz, Foto: privat