Walter Boche (5.8.1939 – 17.12.2024)

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs in Offenburg geboren ist Walter mit zwei Geschwistern in der Ortenau aufgewachsen. 1944 starb die ältere Schwester an Diphterie, ein unbegreiflicher Verlust für ihn. Der Vater kam schwerverletzt aus dem Krieg, konnte nach verschiedenen Operationen aber seinen Beruf als Elektriker wieder ausüben. Neben dem Ministrantendienst war Fußball eine Leidenschaft, die Walter bis zuletzt als Fan des SC Freiburg lebte. Nach dem Abitur 1959 fehlte das Geld zu einem längeren Studium, so entschloss er sich zum zweijährigen Lehrerstudium. Danach kam er in den Kreis Waldshut. 

1965 auf der Mariapoli in Wattens lernte er Nelly kennen. Das Ideal hat beide fasziniert und 1967 begannen sie den gemeinsamen Lebensweg. Die junge Familie – mit dann drei Kindern – lebte in Hohentengen, wo Walter eine Stelle als Hauptlehrer, Oberlehrer, Konrektor und 25 Jahre als Rektor an der Grund- und Hauptschule hatte: „In dieser Zeit bekam die Schule durch Neuerungen und Weiterentwicklungen ein neues Gesicht, das ich mitgestalten durfte.“ Er engagierte sich in der Kommunalpolitik und in der Kirche (als Kommunionhelfer und Lektor); nach seiner Pensionierung fuhren Nelly und er regelmäßig ins Fokolar, um dort mitzuhelfen. Erholung fand er in der Natur – der Schöpfung Gottes – und bei der Gartenarbeit, die ihm stets viel Freude machte.

Seinen Platz in der Bewegung fand er wie Nelly bei den Freiwilligen. Fredy Bucher aus seinem Kernkreis erzählte bei seinem Abschied: „Wir trafen uns regelmäßig im Kernkreis, um das Wort Gottes zu vertiefen und konkret ins tägliche Leben umzusetzen. Walter war für uns alle ein Vorbild. Er war ein positiv denkender, feinfühliger, bescheidener Mensch und konnte gut zuhören. Er war sehr mit Gott und der Schöpfung verbunden. Durch sein konkretes Leben machte er immer wieder mit verschiedensten Menschen berührende, schöne Erfahrungen, die er mit uns teilte. Walter war ein Sämann des Wortes. 

Auch als er von seiner Krankheit stark gezeichnet war, strahlten seine Augen uns an und er fragte immer zuerst: ‚Wie geht es dir?‘ Bei einem unserer letzten Besuche fragten wir ihn, ob er einen Wunsch oder ein Anliegen für uns hätte, sofort sagte er: ‚Bleibt im Netz der Liebe immer miteinander verbunden.‘“

Zusammengestellt von Gabi Ballweg; Foto: privat