
P. Hadrian Lucke OFM Cap (7.8.1930 – 27.6.2025)
Geboren in Nordböhmen verlor Hadrian früh seinen Bruder und seine Mutter an Tuberkulose. 1945 entkam er knapp dem Fronteinsatz als Kindersoldat, wurde bald zur Zwangsarbeit auf einem Bauernhof verpflichtet. Die Vertreibung 1946 führte ihn in die Sowjetzone in Sachsen Anhalt. Ein Jahr später wagte er die Flucht in den Westen. Er kam zu seinem inzwischen aus der Gefangenschaft entlassenen Vater nach Franken.
Hadrian hatte damals schon den Ordensberuf im Blick. Bei den Kapuzinern in Dillingen machte er das Abitur und trat in den Orden ein. Nach seiner Priesterweihe 1956 in Eichstätt war er zunächst Seelsorger in Altötting. Bald erkannte man seine besondere Begabung mit Jugendlichen. 1959 vertraute man ihm die Leitung des Seraphischen Liebeswerkes in St. Ingbert an. In dieser Zeit lernte er 1975 bei einem Weihnachtstreffen der Priester in Ottmaring die Fokolar-Bewegung kennen. Er fühlte sich sofort angezogen von der Beziehung der Liebe untereinander. Von da an nahm er an verschiedenen Treffen teil, wuchs in die Einheit mit anderen Ordensgemeinschaften hinein: „Die Spiritualität des Werkes Mariens ist mir – wie vielen anderen- zu einem Schatz geworden.“
Nach seiner Zeit in St. Ingbert zog es ihn nach Bayern. Ihn bedrückte die Sorge um seine alten Eltern – der Vater hatte nochmals geheiratet – in Kaufbeuren. Er wurde Hausoberer in Dillingen, Krankenhaus-Seelsorger in München-Nymphenburg, Gefängnisseelsorger und Guardian in Aschaffenburg. Bei allen Aufgaben war er immer auch Seelsorger, Beichtvater und Prediger und für die Menschen da.
Hadrian hat an vielen Kernkreistreffen der Ordensmänner in Ottmaring teilgenommen. Es schmerzte ihn, wenn er einmal nicht dabei sein konnte. Anfang der 2000er-Jahre wurde er in den neu gegründeten Konvent in Ingolstadt berufen, bis er 2023 nach St. Anton, München, kam. Im Februar 2025 musste er ins Kreszentia-Stift umziehen.
P. Hadrian war stets wach und den Menschen zugewandt. Er hatte bis zuletzt Kontakt zu Mitbrüdern, Verwandten und Freunden. Zeit seines Lebens pflegte er Kontakte zu seiner sudetendeutschen Herkunft, bei Heimattreffen, Festen und Gottesdiensten.
Zusammengestellt von P. Wolfgang Angerbauer, Foto: privat