
Charlotte Steger (13.4.1928 – 30.3.2026)
Der neue Name „Lotta“, den Chiara Lubich ihr gegeben hatte, stammt aus dem Philipperbrief (1,27): „Steht fest in einem Geist, kämpft einmütig für den Glauben an das Evangelium.“
Bereits mit 13 Jahren spürte sie stark, wie Gott sie liebte. Um auf diese Liebe zu antworten, wollte sie vor allem den Nächsten lieben. Nach dem Krieg engagierte sie sich in ihrer Pfarre Waidhofen/Ybbs (NÖ). Durch den Fokolar-Priester Anton Floh lernte sie die Fokolar-Bewegung als gemeinschaftlichen Weg zur Heiligkeit kennen. Das neue Leben empfand sie immer mehr als Kraftquelle. Anfangs fiel es ihr nicht leicht: „Es kostete auch etwas, einander anzunehmen wie man eben ist. Aber für Jesus unter uns war kein Preis zu hoch. Er hat mir in schwierigen Situationen Licht und Kraft gegeben.“ Eines Tages stellte sie sich die Frage: „Wenn ich im anderen immer nur Jesus sehe, wo bleibt dann die Person dieses Nächsten?“ Bei einem Elternsprechtag in der Schule, wo sie arbeitete, wollte sie es erproben und dachte bei jedem, der anklopfte: „Jesus!“ Es kam zu einer neuen Qualität der Beziehungen. „Nun war es selbstverständlich, dass ich mich allen mit derselben Liebe zuwandte.“
Lotta gehörte als eine der ersten in Österreich und viele Jahrzehnte zu den Freiwilligen. „Ihr Glaube war kein starres Gesetz, sondern eine lebendige Beziehung, aus der sie ihr Leben gestaltete“, so der Priester bei der Beerdigung. „Sozial engagiert mit offenen Augen hat sie vielen geholfen, gemeinnützige Zwecke unterstützt, Kranke und pflegebedürftige Personen besucht.“
Lotta war eine zutiefst bescheidene Frau, die starke Wurzeln im Glauben und in der Spiritualität hatte. Bis zuletzt – schon im Altenheim – hielt sie Kontakt zu ihrem Kernkreis und war interessiert am Leben jeder Einzelnen, um es vor Gott zu bringen und mit ihrem Gebet zu begleiten.
Danke, Lotta, für dein Leben, deinen festen und unerschütterlichen Glauben, für deine Liebe zu Jesus, für dein Zeugnis der Liebe Gottes in den Begegnungen mit den vielen Menschen auf deinem Lebensweg. Du warst und bist uns nicht nur ein Vorbild, sondern vielmehr ein großes Geschenk auf unserem Lebensweg!
Zusammengestellt von Elisabeth Pohl; Foto: privat