Hanny Knüsel (24.6.1947 – 31.12.2025)

Einem Besuch sagte Hanny zwei Tage vor Weihnachten im Spital: „Ich habe den Weg ins ewige Leben angetreten.“ Ihren vier Geschwistern sowie den Angehörigen bleibt sie in Erinnerung als liebende, sanftmütige, zuversichtliche, hilfsbereite Schwester, immer aufgehoben in einem tiefen und umfassenden Glauben. Ihre Liebe, die Leichtigkeit des Glaubens hat sie nicht gepredigt, sondern einfach gelebt.

Als Kind war sie zu Streichen aufgelegt und hatte Familiensinn; später eine hübsche junge Frau, die nicht so recht wusste, was sie mit sich, ihren Gaben und ihrem Glück anfangen sollte. So ging sie 1963 zwei Jahre als Au-Pair nach Brüssel. Danach begann sie die Ausbildung zur Krankenpflege in Zürich. Die Schule dort machte einen Ausflug nach Loppiano; Hanny war beeindruckt: „Sie haben alles gemeinsam, und man sieht, dass sie einander lieben. Sie sind ganz normale Menschen, gar nicht frömmlerisch, doch ich spürte, dass Gott in ihrer Mitte lebt.“ Noch auf der Heimreise hörte sie den Ruf Gottes: „Komm und folge mir.“ Sie wehrte sich, wollte erst „noch etwas erleben“, doch die Stimme Gottes war stärker, und so sagte sie ihr „Ja zu Gott, nicht wissend, wohin mich das führen würde.“

Damit begann ihr „zweites Leben“, eingebunden in eine neue, große, weltumspannende Familie. Sie lebte in Zürich, Loppiano, Genf, Adliswil und Baar; ging dann nach Kroatien und wieder nach Baar.

Hanny hat auf eine eigene Familie verzichtet, aber die Menschheit gewonnen. Denn: Sie hatte ihren Bräutigam gefunden, „den gekreuzigten und verlassenen Jesus“: „Manchmal gab es Schwierigkeiten an der Arbeit oder in der Gemeinschaft; es gab Dunkelheiten oder Ängste, Abgründe der Verlassenheit. Er war immer präsent, hat mich begleitet als mein treuer Freund und mich daran erinnert, dass die größte Liebe jene ist, die ihr Leben für seine Freunde schenkt, so wie Jesus uns das vorgelebt hat.“

Vor acht Jahren auf der Rückreise von der Schweiz nach Zagreb ereilte sie am Flughafen Zürich, die Diagnose Brustkrebs: „Ich sagte ihm ‚Ja‘. Im Bewusstsein, dass ich in seiner Liebe geborgen bin“, erzählte sie später von dieser besonderen Begegnung mit Jesus.

Zusammengestellt von Gabi Ballweg nach dem Lebenbild, das der Bruder von Hanny, Pius, bei der Beisetzung gelesen hatte; Foto: privat