Erich Farkas (18.5.1931 – 12.4.2026)

Geboren in Czernowitz in der Bukovina, damals Rumänien, heute Ukraine; der Vater Ungar, die Mutter Wienerin; beide praktizierende Baptisten und der Glaube sehr präsent in der Familie – in dieser ethnischen und kulturellen Vielfalt wurzelte Erichs tiefe Haltung: „Wir gehören alle zur Familie der Menschheit.“

Krieg, Flucht und Vertreibung prägten Kindheit und Jugend. Sein Vater war an der Ostfront, Erich auf der Flucht mit der hochschwangeren Mutter und vier jüngeren Geschwistern. Wenn er davon sprach, berichtete er vor allem von Begegnungen mit Menschen, die ihn mit ihrer Liebe und Fürsorge beeindruckten. Mit 12 Jahren spürte er im kriegsgebeutelten Berlin: Gott liebt mich ganz persönlich. Dies wurde Fundament seines Lebens.

Erich machte Abitur, begann Medizin zu studieren und begleitete 1951 seine Familie in die USA, wohin diese emigrierte. Zurück in Deutschland lernte er Maria kennen, Kunststudentin, Katholikin aus behütetem Haus. Es war noch vor dem 2.Vatikanum: Durch die Ehe mit Erich wurde Maria zunächst exkommuniziert. Ein ungeheurer Schmerz für beide. Als sie 1961 Bruna Tomasi, einer der ersten Gefährtinnen von Chiara Lubich, in München begegneten, erlebten sie: Hier können wir unseren Glauben miteinander leben. In der Spiritualität der Einheit fanden sie ihr geistliches Zuhause. Sie bekamen sechs Kinder, zogen nach Kempten. Sie wurden verheiratete Fokolare und viele Jahre tragende Säulen in Süddeutschland.

Für Erich bedeutete Christsein als Arzt: den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit behandeln. So etablierte er die Psychosomatik im Allgäu. Auch die Begleitung Sterbender in der Hopsizarbeit wurde ein Herzensanliegen. In den letzten Jahren war sein großer Wunsch, so lange zu leben, dass er seine Frau, bis zu ihrem Heimgang (Juli 2025) begleiten konnte.

Bis zum Schluss blieb Erich ein Mensch, der verstehen, durchdringen wollte, neugierig, offen und lernend. Enge Verbindung hielt er mit seinem Fokolar in Ottmaring, weil er fest auf „Jesus in der Mitte“ baute. Am Morgen des orthodoxen Osterfestes, am weißen Sonntag, auch Sonntag der Barmherzigkeit, ging Erich durch die „Himmelspforte“ nach Hause.

Gekürzt von Gabi Ballweg (der ursprüngliche Text war von Peter Seifert mit den Töchtern von Erich, Irmi und Pia, verfasst). Foto: privat