Nach einem Impuls von Wolfgang Palaver auf der Grundlage seines Buches „Für den Frieden kämpfen“ tauschten sich 50 Männer über das Gehörte aus und nahmen sich Zeit für persönliche Gespräche.
Lucian Pasieka schreibt:
Unser diesjähriger Männer-Einkehrtag stand unter dem Thema „Für den Frieden kämpfen – in Zeiten des Krieges von Gandhi und Nelson Mandela lernen“ nach dem gleichnamigen Titel seines Buches von Wolfgang Palaver. Die fünfzig Teilnehmer, katholische und reformierte Christen, darunter einige Priester, sowie Muslime, folgten sehr interessiert den Ausführungen im Video von Wolfgang Palaver, emeritierter Prof. der Universität Innsbruck. Dies wurde deutlich an den spontanen Eindrücken, die im Anschluss des Beitrages ausgetauscht wurden.


In den drei anschliessenden Erfahrungsberichten nahmen wir unter anderem Anteil an der Geschichte von Mehmet Ali Canavci. Er berichtete von seiner Verhaftung nach den Ereignissen vom 15. Juli 2016 in der Türkei und von den fast vier Jahren, die er anschliessend von seiner Familie getrennt im Gefängnis verbrachte. Ihm gelang die Flucht in die Schweiz, wo er als anerkannter Flüchtling aufgenommen wurde. Ein starkes Zeugnis war seine Entscheidung, auf die ungerechte Verhaftung nicht mit Hass zu antworten, sondern den Weg der Vergebung zu wählen.
In der letzten Stunde des Vormittages vertieften wir das Gehörte in Zweiergruppen. So sah man ganz verschiedene Zweier-Gespräche an unterschiedlichen Orten des Hauses.


Am Nachmittag fanden vier verschiedene Workshops und Gesprächsgruppen statt zu folgenden Thematiken:
- Gewaltfreie Kommunikation – Workshop
- Gesprächsgruppe zum Thema «Wie geht Frieden vor dem Hintergrund der Aufrüstung Europas?»
- Gesprächsgruppe Vergebung
- «Kultur der Macht und Zivilisation der Liebe» aus «Magnifica Humanitas» von Papst Leo XIV – als Workshop – Methode «Gespräch im Geist»
Von den Teilnehmern wurde der Tag als «wunderbarer Einkehrtag» dankbar aufgenommen, hat er doch zu einem vertieften Verständnis verschiedener, differenzierten Formen der aktiven Gewaltlosigkeit und Friedensbemühungen beigetragen. Eine klare Absage an einen sogenannten «faulen Frieden», der immer zu Lasten eines Beteiligten geht, der nicht gerecht ist und daher abzulehnen ist. Es war für einige auch ein freudiges und freundschaftliches Wiedersehen nach langer Zeit.
Ein Beitrag von Lucian Pasieka und dem Vorbereitungsteam. Die Fotos sind von Pierre-Yves Formaz.