Hans Pfeifer (18.2.1931 – 17.3.1925)

Pfarrer Hans Pfeifer habe ich als Theologiestudent bei gemeinsamen Treffen von Seminaristen und Priestern der Fokolar-Bewegung kennengelernt. Bald war er ein Vorbild für meinen zukünftigen Weg. 

Als er 1977 – auf Wunsch des Bischofs – Pfarrer der Pfarrei Don Bosco in Basel wurde, war ich über vier Jahre sein erster Vikar. Sehr früh ist mir klar geworden, weshalb ich in ihm ein Vorbild sah. Hans war kein Macher. Spektakuläre Aktionen in der Seelsorge waren nicht sein Ding. Er war ein stiller, zielgerichteter, effizienter Schaffer. Die Früchte in der Seelsorge wachsen langsam, aber sie ließen nicht allzulange auf sich warten. Vielen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen hat er hilfreiche Zugänge eröffnet zu Bibel, Liturgie, Kirche, der Spiritualität der Fokolar-Bewegung, den Mitmenschen, zu Gott. Eine schöne Illustration für dieses nachhaltige, fruchtbare Schaffen: Bei einem Gedächnisgottesdienst für Hans ist mir eine Gruppe Erwachsener aus der Region Basel begegnet. Sie waren Jugendliche in der Pfarrei während unserer gemeinsamen Zeit als Seelsorger. Ich habe gestaunt, wie lebendig und stark die Wertschätzung für ihren ehemaligen Pfarrer, der sie so sehr geprägt hat, nach Jahrzehnten noch ist. 

Hans liebte gepflegte Liturgien. Er hat deshalb die Kirchenmusikschule absolviert. 

Hans hatte eine leidenschaftliche Liebe zum Wort Gottes. Jahrelang hat er während seiner aktiven Zeit als Pfarrer und noch weit darüber hinaus mit Interessierten biblische Texte in hebräischer Sprache gelesen und ihnen auch Einblicke ins Aramäische gegeben. Bis zu seinem Tod waren in seinem Zimmer im Alterszentrum, in dem er die letzten Lebensjahre verbrachte, auf einem Tisch hebräische und aramäische Bibelausgaben zu sehen. Auch die „Bibel in gerechter Sprache“ habe ich dort gesichtet. Bis ins hohe Alter hat Hans sich auch für neue und neueste sprachliche Zugänge zur biblischen Botschaft interessiert. 

Hans wurde von den ihm anvertrauten Menschen, für die er sich mit all seinen Kräften eingesetzt hat, geliebt. Von seinen Vorgesetzten erfuhr er immer große Wertschätzung. Nun ist Hans heimgekehrt zu dem, der ihm immer Licht und Wegweisung war.  

Zusammengestellt von Franz Xaver Amrein; Foto: privat