Luise Schiller (24.4.1937 – 22.2.2025)
Die Fokolar-Bewegung lernte Luise Schiller 1979 durch Pfarrer Köppl in Donaustauf (Regensburg) bei „Wort des Lebens“-Abenden kennen. Bei einem Vortrag in Ottmaring berührte sie die Erkenntnis, dass Gott sie ganz persönlich liebt, mit allen Fehlern und Schwächen. Es war dann ganz selbstverständlich für sie, täglich die Messe zu besuchen, sich der Pfarrbewegung anzuschließen, in den Pfarrgemeinderat wählen zu lassen und den Dienst der Krankenbesuche zu übernehmen. Später nahm sie dann an Mariapolis teil und übernahm Aufgaben in verschiedenen Bereichen. Vor allem die Gütergemeinschaft lebte sie vorbildlich. Sie war großzügig zu allen und gleichzeitig bescheiden.
Luise war Grundschullehrerin in der Nähe ihres Wohnorts Sulzbach (Oberpfalz). Die Beziehung zu den neuen Kollegen änderte sich: Sie versuchte jeden anzunehmen, wie er war, vor allem die, die ihr anfangs nicht so sympathisch waren. Im Religionsunterricht wollte sie den Kindern vor allem den liebenden Gott nahebringen. Oft merkte sie an deren strahlenden Augen, dass auch sie von dieser Erfahrung berührt waren.
Luise war alleinstehend, hatte jedoch eine enge Beziehung zu ihren Eltern, ihrem Bruder und dessen Familie. Jeden Tag war sie dort beim Mittagessen. Auch nach dem Tod der Eltern und des Bruders haben ihre Schwägerin und sie diese Tradition beibehalten. – Luise war oft in Ottmaring und Rom zu Treffen; sie lernte die Spiritualität immer besser kennen. Im September 1981 schrieb sie Chiara Lubich einen Brief und bat um ein Lebenswort. Bald verstand sie ihre Berufung als Freiwillige. Der Kernkreis half ihr, sich selbst besser kennen zu lernen und immer wieder neu zu beginnen. Dort verstand sie, was Gott im jeweiligen Augenblick von ihr will und wie alle gemeinsam auf ihrer „heiligen Reise“ weitergehen können.
Im Herbst 2024 bekam Luise die Diagnose „Lungenkarzinom“. Im Dezember ließen ihre Kräfte nach. Ihr letzter Wunsch, nicht mehr umziehen zu müssen, ist ihr erfüllt worden. Ihr Lebenswort: „Ihr wohnt in unserem Herzen, verbunden mit uns zum Leben und zum Sterben“ (2 Korinther 7,3) half ihr, mutig und voller Hoffnung die letzte Etappe zurück zu legen.
Zusammengestellt von Christine Dobler, Foto: privat