Vital Züger (17.3.1935 – 28.8.2024)

Als Vital die Diagnose eines bösartigen Hirntumors bekam, lehnte er jegliche Behandlung ab: „Jetzt bin ich 89 und freue mich auf die Begegnung mit Gott.“ – Vital ist als jüngstes von neun Kindern in Lachen am Zürichsee aufgewachsen. Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg musste sein Vater lange Militärdienst leisten; klar, dass die Familie nicht mit Gütern gesegnet war. Vital versicherte aber, dass er eine glückliche Kindheit erleben durfte. Als junger Mann verbrachte er ein Jahr bei der Schweizergarde in Rom. Diese Erfahrung prägte ihn. Vital verpflichtete sich bei der Kantonspolizei Zürich, wo er nach einigen Jahren in die Gruppe zur Bekämpfung des Drogenhandels eingeteilt wurde. Lange davor lernte er bei einem freiwilligen Arbeitseinsatz in der Gemeinde Felicitas kennen und lieben. 1960 heirateten sie und zogen 1969 nach Adliswil. Zwei Töchter, sechs Enkelkinder, sieben Urenkel: Die große Familie war für Vital Lebensfreude und Einsatzgebiet zugleich. Bei der Auferstehungsfeier erzählten die Enkelinnen von Erlebnissen mit ihrem Großvater. Eine arbeitet als Pflegefachfrau im Pflegeheim, in welchem Vital aufgenommen wurde, nachdem die Betreuung zu Hause nicht mehr möglich war. Auf die Frage, wie das für sie war, ihren Großvater zu betreuen, sagte sie: „Für mich war es keine Belastung, sondern das größte Geschenk, das Gott uns beiden gemacht hat.»

1980 kam ein Fokolar-Priester in die Pfarrei Adliswil. Durch ihn lernten Vital und Felicitas die Fokolar-Bewegung kennen, die beiden zur geistigen Heimat wurde. Beide engagierten sich bei den Freiwilligen, speziell in der Pfarreiarbeit, welche nicht nur auf die eigene Pfarrei beschränkt blieb. Eine Mitarbeiterin: „Ich möchte keine Episode herausstreichen, sondern die Zuverlässigkeit, Freundlichkeit, Ernsthaftigkeit, Genauigkeit und das Immer-für-Alle-Dasein, die das Leben von Vital auszeichneten. Ich konnte mich immer voll auf ihn verlassen; auch bei Schwierigkeiten bewahrte er die Ruhe und gab so einen Beitrag, zu einer Lösung zu kommen.“

In den letzten Jahren hatte Vital mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, die ihm viel Kraft abverlangten, seinen Glauben an die Liebe Gottes aber nie beeinträchtigten.

Zusammengestellt von Hermann Wagenhofer; Bild:privat