
Brigitte Hischberg (11.1.1939 – 2.2.2026)
Die Wirklichkeit des Paradieses war für Brigitte Hirschberg nie nur etwas Zukünftiges. Sie hatte stets einen weiten und tiefen Blick und war mit ihrem bescheidenen Da-Sein und ihrem fröhlichen und offenen, wertschätzenden Wesen für viele ein echtes Vorbild. Die Sehnsüchte nach einem tiefen und einfachen Leben fand sie durch die Begegnung mit dem Charisma von Chiara Lubich erfüllt, das auch ihren Mann Helmut faszinierte. So entstand sowohl in Braunschweig als auch später nach einem Umzug in München ein lebendiges Familienfokolar und ein großer Einsatz für die Familienbewegung.
Nach dem Tod von Helmut am 30. August 2025 hat sich auch Brigittes gesundheitlicher Zustand immer mehr verschlechtert. Ihre Kinder Tobias und Annett sowie ihre Schwiegerkinder Gundula und Josef, die fünf Enkel, die Fokolare und Freunde haben sie in dieser Zeit intensiv begleitet. Bis zuletzt hatte Brigitte das unerschütterliche Vertrauen in Gott, das sie durch alle Zeiten hindurch getragen hat und das bis zuletzt wie ein Licht ausgestrahlt hat auf die Menschen, die mit ihr zu tun hatten. So teilte sie etwa das Tagesmotto mit den Pflegenden.
Die kleine zarte Person hat in ihrem Leben eine innere Kraft entwickelt, die viele bewunderten. Dabei hat Brigitte schwierige Zeiten durchmachen müssen. In den ersten Lebensjahren in Westpreußen war der Krieg schon zu spüren. Der Vater und die Onkel waren als Soldaten im Krieg. Kurz nach ihrem sechsten Geburtstag ging es mit ihrer Mutter, den Großeltern und Tanten mit Pferd und Wagen auf die Flucht gen Westen bei eisigen Temperaturen zu Fuß über Wochen: 1000 Kilometer ins Ungewisse!
„Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist, und weil ich dich liebe, fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir.“ Das hat Brigitte geprägt, stark, aber auch verletzlich gemacht, denn sie hatte ja in den schier endlosen Wochen der Flucht Schlimmes sehen müssen. Die Familie fand wieder zusammen und baute in Niedersachsen ein neues Leben auf. Als junge Frau kam in Brigittes Leben Helmut ins Spiel, der Pfadfinder, der sie eroberte. Sie haben sich so gut ergänzt und miteinander Leid und Freud durchgelebt. Nun sind sie wieder vereint!
Zusammengestellt von Annett Jonietz; Foto: privat