Maria Farkas (2.1.1935 – 22.7.2025)

Am Morgen des Festes der Maria Magdalena, die sie in einem ihrer beeindruckenden Bilder vor dem leeren Grab stehend gemalt hatte, hat Maria Farkas „die Himmelspforte durchschritten“, wie ihr Mann Erich formulierte. „Jesus sah sie an und sagte: Maria!“, hieß es in den Tages-lesungen.

In Kempten geboren, wuchs Maria in einem Haus auf, in dem die Kunst ein Zuhause hatte. Ihr einziger Bruder starb mit zwölf Jahren an Kinderlähmung, ein tiefer Einschnitt im Leben der Familie, der zu einer Verinnerlichung des Glaubens führte. Die Kunst und der Glaube: für Maria zwei Dimensionen einer einzigen Wirklichkeit, denn „Gott ist die Schönheit“, so ihr Credo. Als Studentin an der Münchner Kunstakademie lernte sie in einer interkonfessionellen Gruppe Erich kennen. Sie heirateten, aber da er Baptist war, war die Ehe nach kanonischem Recht ungültig und sie von der Kommunion ausgeschlossen. Sie blieb ihrer Kirche treu. Nach Jahren wurde die Ehe vom Vatikan anerkannt.

Durch die Begegnung mit Bruna Tomasi fand Maria ihre Berufung und wurde verheiratete Fokolarin. Mit Leidenschaft beteiligte sie sich an der Entwicklung des Ökumenischen Lebenszentrums Ottmaring. Durch ihr Leben bildeten sich Wort-des-Lebens-Kreise in Kempten, im Oberallgäu, in Füssen, Memmingen und Isny.

Das Haus der Familie mit sechs Kindern war immer für alle offen. Auch die Gen hatten hier ihren Raum; einige fanden ihre Berufung.

Mit Hingabe hat sie sich im sozialen und künstlerischen Bereich engagiert und Initiativen und Einrichtungen auf den Weg gebracht. Um nur eini-ge zu nennen: die Einführung des Kindergottesdienstes in der Kemptener Basilika, „Balderschwang“ (eine kurze jährliche Familienmariapoli), Ehepaar-Seminare, die Einführung der Natürlichen Familienplanung in Deutschland und der Marriage-Week im Allgäu.

Ein Teil des Hauses ist das Kemptener Kunstkabinett, das sie als Kuratorin leitete und das zu einem bedeutenden Ort der Begegnung wurde.

Auf ihrer Todesanzeige steht: „Sie hat uns geliebt.“ Ihr Lebenswort: „Keiner hat eine größere Liebe, als wer sein Leben gibt …“ (Johannes 15,13)       

Zusammengestellt von Erich Farkas und Stefan Liesenfeld; Foto: privat