Hans Lahninger (19.8.1951 – 26.5.2025)

Neues entdecken, staunen, sich weiterbilden, lernen: Das kennzeichnete Hans. Sein erster Beruf als – geschickter – Tischler reichte ihm nicht; sein Wunsch, die Schönheit Gottes nicht nur zu bewundern, sondern tiefer in seine Wahrheit einzudringen, gab ihm Mut und Durchhaltevermögen, das Gymnasium zu besuchen und sich an der Kunstakademie in Wien einzuschreiben; dieses Studium verband er mit dem der Theologie.

Bald entdeckte Hans, wer sein Lehrer war und von wem er lernen wollte: Jesus. Mit ihm lebte er eine immer innigere Beziehung, auch durch den Kontakt mit den Gen, den Jugendlichen der Fokolar-Bewegung, die mit Jesus in ihrer Mitte leben wollten. Um den Spuren seines Meisters zu folgen, verließ er seinen geliebten Geburtsort in Oberösterreich und zog in eine Gen-Wohnung in Wien, wo sie, wie die ersten Christen, „alles gemeinsam hatten“.

Voller Freude beschloss Hans, sein Leben ganz Gott im Fokolar zu schenken. Natürlich fragte er sich auch: „Ist das nicht eine Nummer zu groß für mich?“ Aber die Gewissheit, von Gott berufen zu sein, gab ihm den Mut, nach Loppiano zu gehen.

Hans lebte dann in Wien, Graz, Salzburg, Montet, schließlich in Innsbruck. Ihm lagen die Kinder und Jugendlichen besonders am Herzen und so war er voller Elan und Engagement bei unzähligen Zeltlagern während der Mariapolis. Jemand erinnert sich: „Er war immer gut gelaunt, auch wenn das Essen nicht ankam oder der Regen die Zelte wegspülte.“

In die Berge gehen, klettern, in der Natur übernachten – das tat Hans gut. Das Abseilen auf schwierigen Kletterrouten war für ihn eine sportliche Erfahrung, aber auch ein Moment tiefer Kameradschaft. Der Dialog mit Menschen anderer Konfessionen und vor allem mit Menschen ohne religiösen Bezug war ihm ein großes Anliegen.

In Innsbruck arbeitete Hans als Gymnasiallehrer für bildnerische Erziehung, Werken und Religion. Er half den Schülern, die Schönheit der Kunst zu entdecken, förderte ihre Talente und bemühte sich, jedes einzelne „Kunstwerk“ wertzuschätzen.

Mit Engagement organisierte er mit seinen Schülern Kunstausstellungen. Auf Reisen nach Italien und Spanien wollte er den Wert internationaler Zusammenarbeit und der Geschwisterlichkeit vermitteln. Trotz seiner manchmal etwas „kreativen“ Organisation blieben lebendige Beziehungen in Erinnerung. Nach seiner Pensionierung wollte Hans weiter Schönheit, Geist und spirituelle Aspekte der Kunst weitergeben und ließ sich, nicht ohne Stolz, zum Fremdenführer ausbilden.

Vor einigen Monaten schrieb Hans einem Fokolar: „Bitte für mich, dass der Heilige Geist mich auf meiner letzten Etappe leitet.“ – DANKESCHÖN Hans. 

Zusammengestellt vom Fokolar Innsbruck; Foto: Privat