Nach acht Jahren in Kairo wechselt Bernhard Rösch (im Bild 2.v.re.), Fokolar aus Deutschland, im März nach Bujumbura in Burundi.

Nach vielen Jahren in Fokolargemeinschaften in Augsburg, München, Münster, Hannover und Berlin war Bernhard Rösch im Dezember 2017 in ein Fokolar nach Kairo aufgebrochen. Seitdem hat er sich in der ägyptischen Hauptstadt in der Gemeinschaft der Fokolar-Bewegung eingebracht und sich in einer Stiftung vor allem für Flüchtlinge aus dem Sudan engagiert.

Im Februar schrieb er nun in einem Brief an seine „Freunde in Deutschland“: „Mit diesem Infobrief verabschiede ich mich aus Ägypten. Als ich im Dezember 2017 hier eingetroffen bin, konnte ich nicht erahnen, was ich in diesen Jahren hier erleben würde. ‚Im Vertrauen auf Gott etwas Neues wagen‘ – das war der Anstoß zum Wechsel damals. Ein Wort von Chiara Lubich ging mir damals nicht aus dem Kopf: ‚Von Gott kann ich mir ALLES erwarten‘, hatte sie einmal gesagt. Ich habe mir dieses Wort zu Eigen gemacht – und Gott hat mich nicht enttäuscht, ja, er hat mich in diesen Jahren überreich beschenkt.

Ich verabschiede mich nun von meinem Fokolar, der Kommunität der Fokolar-Bewegung hier, von Freunden und Menschen aus dem Sudan, mit denen wir schwere und schöne Stunden geteilt haben und denen wir – dank übergroßer Unterstützung auch durch viele aus Deutschland – unendlich viel Gutes tun konnten: durch Freundschaft und Nähe, konkret mit medizinischer Hilfe, Lebensmitteln, Säuglingsnahrung, Kleidung, Ausflügen und die Unterstützung bei Schul- und Mietkosten … Wir sind, wie Papst Franziskus es ausgedrückt hat, „an die Grenzen der menschlichen Existenz“ gegangen. Das verändert einen Menschen und hat sicher dazu beigetragen, dass meine nächste Station Burundi in Ostafrika sein wird.

Die Arbeit für die Geflüchteten geht aber auf jeden Fall weiter. Ein Netz von Freunden und Unterstützern in Kairo sorgt dafür. Besonders freut mich, dass für die beiden Schulen der sudanesischen Kinder eine Patenschaft mit einer Berliner Schule in Vorbereitung ist. Der Erlös eines Musikfestivals dieser Schule Ende Februar kommt den Kindern in Kairo zugute. Davon wird dann das Schulfrühstück finanziert, das vor einem Jahr gestrichen werden musste. Für viele der Kinder ist dies die einzige sichere Mahlzeit am Tag.

Ende März fliege ich dann direkt von Kairo nach Bujumbura in Burundi, wo Deo aus Burundi, Kimani aus Kenia, Gianni aus Italien und eine große Kommunität der Fokolar-Bewegung auf mich warten.
Mit herzlichem Dank für alle Ermutigung und Unterstützung, die wir in diesen Jahren erfahren haben, grüße ich aus Kairo.“

Zusammengestellt von Gabi Ballweg aus einem Infobrief von Bernhard Rösch; Fotos: privat