Wolfgang Spieker (9.11.1939 – 24.11.2025)
Der frühe Tod des Vaters im Russlandfeldzug prägte die Kindheit von Wolfgang Spieker. Nachdem die Mutter wieder geheiratet hatte, wanderte die Familie 1952 nach Kanada aus. 1958 kehrte er nach Deutschland zurück und machte eine Ausbildung zum Elektriker. 1967 heiratete Wolfgang seine Jugendliebe Margret, mit der er zwei Töchter hatte. Neben seiner beruflichen Tätigkeit nahm er am Würzburger Fernkurs, einer theologischen Ausbildung, teil, die er mit dem Examen abschloss.
Durch den Fokolarpriester Gerd Sievers lernten die beiden 1978 die Fokolar-Bewegung kennen. Mit den Worten „Ich habe gefunden, was ich mein Leben lang gesucht habe.“ beschrieb Wolfgang diese Entdeckung. Er lebte seitdem als Freiwilliger in der Kommunität um Münster.
Der Prediger im Requiem traf ihn so: „Ein Mensch mit einem tiefsinnigen, feinen Charakter; nicht der Mann der vielen Worte; hinhörend und hinsehend; rücksichtsvoll; künstlerisch. … Aus vielem, was er in der Natur fand, gestaltete er etwas … Er nahm den Schöpfungsauftrag Gottes ernst, diese Welt zu hegen und zu pflegen, in ihr kreativ zu sein.“
Wolfgang sang für sein Leben gern. Wenn er nach dem Kernkreisabend leise eine Melodie intonierte, war es ein untrügliches Zeichen dafür, dass er ‚Jesus in der Mitte‘ erfahren hatte.
Nachdem er im Bad gefallen war, wurde Wolfgang Anfang November 2025 mit einem gebrochenen Halswirbel ins Krankenhaus eingeliefert. Am Abend vor der Operation rief er einen Kernkreisbruder an. Ihm war die Tragweite und Bedeutung der OP bewusst, er wirkte gelassen und „er gebe sich in Gottes Hand“. Nach dreiwöchigem Krankenlager starb er am 24.11.2025.
In einem Begleittext zu einem von ihm geschaffenen Kreuz formulierte er: „Ich werde von ihm getragen, wenn meine Füße nicht mehr können. Er schleppt mich mit, durch das Kreuz, durch sein Kreuz, worin mein Kreuz schon enthalten ist. Und da er auf-erstanden ist und mich zuerst geliebt hat, darf ich hoffen, darf ich glauben, kann ich lieben und die Welt verändern, meine Welt, diese kleine Welt, in der ich lebe.“
Zusammengestellt von Bernhard Ratermann mit Münsteraner Freiwilligen; Foto: privat