Angelika Bast (4.3.1950 – 21.12.2025)

Angelika hat ihre Kindheit und Jugend in Elsenfeld (Kreis Miltenberg) erlebt. Da ihre Mutter einem katholischem Priester den Haushalt führte, konnte Angelikas ganze Familie, Vater, Mutter, drei Töchter und ein Sohn, im Pfarrhaus wohnen. Das hat Angelika sehr geprägt. Sicher hatten hier ihre Glaubensfestigkeit und ihre Treue zur Kirche ihre Wurzeln.

Sie hat den Beruf einer Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerin erlernt und ausgeübt. Um ganz für ihre Familie (Ehemann, Sohn und Tochter) da zu sein, hat sie ihn später aufgegeben. Die Familie lebte in Neun-kirchen am Brand (Kreis Forchheim). Eine Frau aus dem Ort nahm Angelika einmal mit ins Nürnberger Frauenfokolar. Dort ging es bei der Meditation um „Jesus in seiner Verlassenheit“. Das hat Angelika so angerührt, dass sie sich weiterhin für die Spiritualität interessierte und schließlich bei den Freiwilligen ihre Berufung fand. Eine Begegnung mit dem „Verlassenen“ erlebte sie, als ihr Mann sie verließ. Sie ließ sich nun zur Pflegehelferin ausbilden und diente Alten und Kranken in Heimen und Privathaushalten.

Im Sommer 2022 dann die Diagnose: „äußerst aggressiver Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium“. Dreieinhalb Jahre lebte Angelika zwischen Hoffen und Bangen. Sie hatte viele Schmerzen und litt unter den negativen Folgen einer schweren Operation und den unangenehmen Chemotherapien. Angelika trug das alles mit einer bewundernswerten Tapferkeit, die gespeist war von großem Gottvertrauen und einem intensiven Gebetsleben. Wir Kernkreisschwestern und andere Freiwillige haben Angelika im Gebet mitgetragen.

Fast ein halbes Jahr vor ihrem Heimgang hat sie schon mit dem Priester besprochen, wie sie sich den Bestattungsgottesdienst wünschte. Außerdem hatte sie schon ein Grab gekauft. Zwölf Tage vor dem Sterben bekam sie einen Platz in einem Hospiz. Bei einem Besuch dort saßen wir zu dritt am Tisch. Es waren zwei Stunden in gelöster, fast feierlicher Atmosphäre. Zum Abschied haben wir miteinander gebetet. Wir waren überrascht, dass sie nur wenige Tage später am vierten Adventssonntag hatte heimgehen dürfen.

Ein Beitrag von Elisabeth Popp; Foto: privat