
Hilde Schirmer (20.12.1934 – 2.6.2025)
Gott erhellt mir meinen Weg, er sorgt dafür, dass ich sicher gehe, er ist mein Ziel, meine Geborgenheit. Ich gehe ohne Furcht (Psalm 27,1).
Diese Worte standen auf der Trauerkarte und trafen ganz auf Hilde zu. Sie wuchs in bescheidenen Verhältnissen mit ihren Geschwistern auf. Mit 14 Jahren musste sie in der Fabrik arbeiten und zum Unterhalt der Familie beisteuern. Mit 16 Jahren konnte Hilde sich zur Sekretärin weiterbilden. Sie arbeitete bei einem Rechtsanwalt.
1964 heiratete sie Michael. Sie bekamen vier Kinder und nahmen zwei Pflegekinder auf. Ein Kind haben sie adoptiert und eins konnte zur Mutter zurückgeführt werden. Der älteste Sohn starb 2024 mit 59 Jahren und das dritte Kind lebte nur einen Tag.
Michael gründete eine Firma. Seine Leidenschaft war das Spielen an Automaten. Es ging so weit, dass er alles verspielte. Sie standen vor dem Ruin. Hilde war verzweifelt, sie unternahm alles, um Hilfe zu bekommen. Sie wollte mit den Kindern gehen.
Dann fand sie eine Selbsthilfegruppe für anonyme Spieler und Betroffene. Dort ging sie mit Michael hin.
Nach einem langen Weg hat er den Ausstieg geschafft. Sie gründeten dann selbst eine Gruppe, wo Hilde mit Rat und Tat zur Seite stand und versuchte immer dabei, das Göttliche hineinzutragen.
Ende 1970 haben beide durch Pfarrer Stein die Fokolar-Bewegung kennengelernt. Hildes Weg war der Zweig der Freiwilligen. Sie nahm ihre Berufung sehr ernst. Es war ihr wichtig, den Sinn zu verstehen bis auf den Grund. Sie nahm an vielen Vorträgen in Ottmaring teil und schrieb alles in Steno mit. Sie nahm immer am Kernkreis teil, bis sie es gesundheitlich nicht mehr konnte. Danach hielten wir immer den Kontakt zu ihr durch Besuche und Anrufe. Nach kurzem Aufenthalt im Krankenhaus und Seniorenheim in Leverkusen Opladen ging sie ins Paradies. Dankbar konnte ich mich am Abend von ihr verabschieden.
Zusammengestellt von Margret Pelster, Michael Schirmer; Foto: privat