90 Fokolar- und Freiwillige Priester kamen zu ihren Einkehrtagen nach Augsburg und Ottmaring. Sie erlebten sich als verschieden und machten die starke Erfahrung, dass Einheit möglich ist.

Sie kamen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz; manche gerade erst ein paar Jahre Priester, andere schon seit Jahrzehnten; mit pastoralen Erfahrungen in der Diaspora Ost-Deutschlands oder noch in volkskirchlichen Strukturen; mit unterschiedlichen theologischen Ansichten… In all dieser Unterschiedlichkeit das Erlebnis: Einheit bei aller Verschiedenheit geht! Das war auch die Botschaft von Joachim Schwind mit Impulsen von Chiara Lubich aus dem Paradies ’49.

Die Verschiedenheit tritt ja gerade dann zutage, wenn man einander wirklich zuhört, wie es die Synodalität erfordert. Das Anliegen dieser Tage war, Synodalität zu leben, als Haltung einzuüben und mit unserer Spiritualität zu verknüpfen. Dazu gab es Denkanstöße von Michael Berentzen, Mitglied des Synodalen Weges und nun des Synodalen Ausschusses in der Kirche Deutschlands. Synodale Übungen in kleinen Gruppen zu Themen priesterlichen Seins, u. a. Gütergemeinschaft, Ökumene, Berufungen trugen zum Gelingen bei. In seiner sehr persönlichen Predigt ermutigte der Augsburger Bischof Bertram Meier die Mitbrüder, keine Kopien zu sein, sondern Originale, Originale des Wortes Gottes.

Eine Sternstunde gelebter Einheit war der Austausch mit Uschi Schmitt und Roberto Rossi, den beiden Delegierten unserer Zone, in dem Nöte und Wünsche ehrlich geteilt wurden. Peter Klasvogt, ursprünglich aus Paderborn, nun seit einigen Monaten „Nachbar“ von Papst Leo am Vatikan, teilte seine Eindrücke und skizzierte die Grundlinien der ersten Monate des Pontifikats des neuen Papstes. 

Ein Festtag schließlich der Nachmittag und Abend in Ottmaring: das Erleben von Familie mit den verschiedenen Berufungen im Werk, die Freude über die Entwicklungen in Ottmaring, und das Ja von Robert, einem unserer jungen Mitbrüder, der sein Versprechen als Fokolarpriester während der Messfeier in der Kapelle des Begegnungszentrums ablegte. Nico, ein Luxemburger Priester und derzeit Mitglied am internationalen Zentrum der Fokolarpriester, nahm das Ja entgegen, Uschi nahm das unterschriebene Schriftstück entgegen, Roberto überreichte die Statuten des Werkes Mariens. Danach bei einer einfachen Brotzeit ein frohes Fest.

Beitrag und Fotos von Klaus Hofstetter.