Ein Mensch sollte nie mehr Staub aufwirbeln, als er zu schlucken bereit ist.“ Peter Kossen zitierte den Satz im Rahmen seines Workshops beim REGIONAL-FORUM der MOPs-Region am 27.06.2026. Damit machte der Aktivist und katholische Priester deutlich, dass Engagement für Gerechtigkeit und Frieden ein herausfordernder Weg sein kann.
Dieses Wort vom „Staub schlucken“ stammt von Werner Mitsch (1936-2009), einem gelernten Schriftsetzer aus Stuttgart, der rund 40.000 Sinn-Sprüche erfand.
Peter Kossen hatte seine Gedanken zur Aufgabe von Christinnen und Christen in der heutigen Zeit überschrieben mit den Worten: „Zwischen Sekte und Sauerteig – Christsein ist Einmischung“.
Der römisch-katholische Pfarrer aus dem münsterländischen Lengerich mischt sich seit Jahren ein; erst jüngst wirkte er an der Reportage des ARD-Magazins MONITOR „Wie die Fleischindustrie Menschen zur Ware macht“ mit, die auf YouTube mehr als 130.000 Menschen gesehen haben.
Zu seinem Workshop kam auch Christiane Berg, die sich mit den Worten anmeldete, sie sei bislang nicht Mitglied der Fokolar-Bewegung. Aber ihre Freundinnen Edeltraud Knoche und Waltraud Teigeler erzählten ihr viel davon.
Christiane Berg, Lehrerin aus Münster, engagiert sich seit Jahrzehnten in der Friedensarbeit im Nahen Osten und hat mit vier anderen den „Initiativkreis Nahost“ ins Leben gerufen.
Die Idee: ein Netzwerk bilden. Eine Gelegenheit: am 20. April 2027 zeigen sie die jährlich stattfindende „Joint Memorial Ceremony“. Diese Gedenkveranstaltung wird gemeinsam von Palästinensern und Israelis gestaltet, die Familienangehörige im Konflikt verloren haben. Die Trauerfeier findet in Tel Aviv statt. Die Live-Übertragung wird in Münster im Kreativhaus zu sehen sein.
Peter Kossen, der die Idee der Fokolar-Bewegung, für eine geeinte Welt zu leben, während seines Theologie-Studiums kennenlernte, stellte Fragen wie „Wollen wir uns die Hände schmutzig machen?“ – und: „Sind wir kampagnefähig?“
Kritiker, so berichtet Kossen, würden ihm gerne vorhalten, er habe nur eine Botschaft, die der Nächstenliebe und Würde für jeden Menschen. Befürworter entgegneten seinen Kritikern dann, wenigstens habe er eine.
Dass ein Engagement für eine geeinte Welt notwendiger denn je sei, daran ließ Kossen keinen Zweifel.
Bei ihm fing alles ganz einfach an, erinnerte er sich. „Es beginnt mit Hinsehen. Es beginnt damit, was ich in Menschen sehe.“






Beitrag und Fotos von Hubert Schulze Hobeling.