
Antonia Fonte Mantovani (22.11.1944 – 29.8.2025)
Viele kannten sie unter dem Namen, den Chiara Lubich ihr gegeben hatte: Fonte (dt.: Quelle). Aufgewachsen mit zwei Geschwistern in Zürich hat sie mit 12 Jahren den Vater verloren. Dieser Schmerz hat sie geprägt: „Wenn ich groß bin, werde ich Menschen helfen, die leiden.“
Einige Jahre später lernte sie die Fokolar-Bewegung kennen: „Diese Menschen waren überzeugend: lebten, was sie sagten.“ Eines Tages erzählte ihr eine der ersten Fokolarinnen von Jesus dem Verlassenen. „Ich war fasziniert.“ Sie entschied, Krankenschwester zu werden. An ihrem zwanzigsten Geburtstag sagte sie in der Messe zu Jesus: „Nimm mein Leben für immer.“ Sie wollte Gott im Fokolar folgen.
Fonte lebte in Rom, am internationalen Zentrum und in Montet. „Mit vielen Gnaden“ kam sie nach Adliswil, Zürich, bereit, „alles zu verlieren, um mit meinem ganzen Sein den Willen Gottes im gegenwärtigen Augenblick zu leben.“ Nach 50 Jahren traf sie hier wieder ihre leibliche Familie: die Schwester Lucia und den Bruder Lorenzo (Manip), beide auch im Fokolar.
2023 wurde eine unheilbare Krankheit diagnostiziert. Als sie davon erfuhr, sagte sie ihrem Arzt: „Ich habe mein Leben Gott geschenkt; ich bin bereit.“ In der Treue zu Jesus unterzog sie sich allen Behandlungen und beeindruckte das Krankenhauspersonal mit ihrer Freude.
Zuletzt lebte sie im „Light-House“, einer Palliativklinik. Von dort schickte sie regelmäßig Nachrichten an die Fokolarinnen: „Man weiß nie, wann der letzte Moment kommt, deshalb möchte ich den Augenblick nutzen, wenn ich jemanden treffe, ihn mit seinem Namen begrüßen, ihm zulächeln, ihm freundlich zuwinken.“ – „Ich muss mich für alles doppelt anstrengen. Das ist eine Grenze, die ich noch nie zuvor erlebt habe, jetzt ist sie da. Gerade ich, die immer gesagt hat: ‚Schauen wir nicht auf unsere Grenzen‘. Jetzt bin ich in allem an meiner Grenze. Ich möchte gleichzeitig lachen und weinen, aber ich will mich über nichts beklagen. Gott weiß alles.“ – „Wir sind hier im ‚Light-House’, dem Haus des Lichts. Immer volles Licht – egal ob mit dem verlassenen Jesus, mit Jesus unter uns oder weil man liebt. Kurz: Alles ist Haus des Lichts. Von hier aus brechen wir auf zum ewigen Licht.“
Ein Beitrag von den Fokolarinnen von Adliswil; Foto: privat