Zwei Wochen lang öffnen sich täglich die Kirchentüren für kostenlos Mahlzeiten, Beratung und gemeinsames Gebet – für Bedürftige und Helfende. Aber im Mittelpunkt steht nicht der Service, sondern die Erfahrung der Würde und Einzigartigkeit eines jeden Menschen. Jeden Tag hilft eine andere Gruppe tatkräftig mit. Am Sonntag waren es die Jugendlichen der Fokolar-Bewegung.
Am Sonntag, dem 8. März 2026, haben sich Jugendliche aus Augsburg und Innsbruck in der sogenannten „Vesperkirche“ in Augsburg engagiert. Die ökumenische Initiative beschreibt sich selbst so: „Gemeinsam Mittagessen, Kaffee und Kuchen zum Nachtisch, miteinander plaudern, willkommen sein – das ist die Vesperkirche. Viele Serviceangebote, soziale Beratung an Thementagen, Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen runden das Programm ab. Alle Menschen sind willkommen, unabhängig von Alter, Herkunft, sozialem Status oder Religionszugehörigkeit. Das Evangelische Dekanat Augsburg setzt damit, gemeinsam mit dem Diakonischen Werk, dem Bistum Augsburg und der Caritas, ein Zeichen für soziales Miteinander und Solidarität. Schirmherrin der Vesperkirche ist Oberbürgermeisterin Eva Weber.“
Bereits am Samstag haben sich die Jugendlichen getroffen und eingestimmt – dabei ging es vor allem um eine wertschätzende Haltung. Insgesamt haben sich 17 Jugendliche mit verschiedenen Aufgaben wie Begrüßung und Begleitung, Service am Tisch, Logistik sowie Essen- und Kuchenausgabe engagiert. Das Miteinander mit den anderen Ehrenamtlichen war eines der Highlights. Es sind viele Gespräche und neue Kontakte entstanden. Unser Tag hat mit einem ökumenischen Gottesdienst begonnen, in dem Anna-Nicole Heinrich, Präses der Synode der EKD, in Anlehnung an Psalm 139 sagte: „Meine Würde hängt nicht davon ab, wie leistungsfähig ich bin, deine hängt nicht davon ab, wie leistungsfähig du bist. Unsere Würde kommt von Gott, sie ist gegeben, nicht verdient.“ So war die Erfahrung heute in der Vesperkirche: Jede/r hatte einen Platz am Tisch und konnte spüren, dass er/sie willkommen ist – sei es durch ein Lächeln, ein tröstendes Wort oder einfach ein leckeres Essen. Im Psalm 139,5,14 heißt es: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir … Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin.“ Das war heute erfahrbar. Eines ist sicher: Nächstes Jahr sind wir wieder dabei.




Ein Beitrag von Emma Mannocchi. Fotos von Andrea Fleming.