Georg Röser (17.6.1943 – 20.3.2024)
Zu seiner Priesterweihe hat Georg Röser die Worte des Simon Petrus als Primiz-Spruch gewählt: „Auf dein Wort hin…“ (Lukas 5,5). Sie haben ihn sein ganzes Leben intensiv begleitet. Und sie machten ihn um das Jahr 1975 auch hellhörig für die Einladung des Mitbruders Gerhard Hönig, beim Gespräch über das „Wort des Lebens“ dabei zu sein. Nach und nach wuchs Georg in die Gemeinschaft der „Freiwilligen Priester“ hinein.
Als Pfarrer wie auch im Ruhestand waren ihm die Treffen im Kernkreis oder in einem offenen Kreis ein wichtiges Anliegen. Im Zentrum stand der Erfahrungsaustausch über das „Wort des Lebens“. Daraus erhielt sein Wirken wichtige Impulse. Bei gemeinsamen Spaziergängen in seinen Pfarreien zeigte sich, welch lebendigen Kontakt er zu den Menschen hatte. Sein Wirken wurde sehr geschätzt, obwohl man sich in die Art seines Sprechens hineinhören musste. Er hatte die Fähigkeit, klar und offen seine Meinung zu vertreten, aus seiner theologischen Sicht das Wesentliche auf den Punkt zu bringen, zugleich aber auch die unterschiedlichen Menschen in ihrer Eigenart anzunehmen – weit über den kirchlichen Bereich hinaus.
Diese Anerkennung zeigt auch eine aktuelle Mail aus einer ehemaligen Pfarrei: „Wir hatten letzten Sonntag einen Gottesdienst im Gedenken an Georg Röser. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt (wie seit Jahren nicht mehr, auch nicht an Weihnachten und Ostern); Kirchenchor, Jugendchor, über 30 Minist-ranten… Es war alles sehr bewegend.“ „Gern, laut, falsch, aber von Herzen,“ so hat eine Frau, die ihn sehr gut kannte, seine Sangesfreude humorvoll, aber treffend charakterisiert.
Bei fast jedem Ortswechsel und beim Übergang in den Ruhestand hat Georg sich äußerst schwergetan, sich zu entscheiden und dann auch zu der mühsam errungenen Entscheidung zu stehen. Der letzte Ortswechsel hat ihn in seine Heimatstadt Mannheim zurückgeführt, wo er in einem Seniorenheim die Aufgabe eines Seelsorgers übernommen hat. Während der zwei Jahre nahmen seine körperlichen und mentalen Kräfte überraschend schnell ab. Bis kurz vor seinem unerwarteten Tod konnte er an unseren Treffen teilnehmen. Dankbar sind wir, dass wir ihn in seiner grundehrlichen, offenen, emotionalen, gläubigen und kontaktfreudigen Art so viele Jahre in unserer Mitte hatten.
Zusammengestellt von seinem Kernkreis: Freddi Müller, Hans-Peter Arendt, Klaus Bundschuh; Foto: privat