Seit vier Jahren gibt es die „Kontaktstelle für geistlichen und Macht-Missbrauch“, ein geschützter Raum für Menschen, die Gehör und Unterstützung suchen.

Pfingsten 2021 ging nach zweijähriger Vorüberlegung die „Kontaktstelle geistlicher Missbrauch“ in der D-A-CH-Zone an den Start. Auf der Homepage heißt es: „Manipulation und Machtmissbrauch kommen auch in christlichen Gemeinschaften vor. Mit Betroffenheit und Bedauern stellen wir fest, dass es auch in der Fokolar-Bewegung verschiedene Formen von Missbrauch sowie spirituellen Grenzüberschreitungen gab und gibt. Deshalb möchten wir konkreten Vorwürfen und Vorkommnissen konsequent nachgehen und alles unternehmen, dass solche Missstände aufgedeckt, beendet und für die Zukunft möglichst ausgeschlossen werden.“

Im Gegensatz zu Vorfällen bei sexualisierter Gewalt besteht bei geistlichem und Macht-Missbrauch keine gesetzliche Regelung und auch keine Meldepflicht. Die Arbeitsweise der Kontaktstelle wurde mit der Zielsetzung entwickelt, schmerzhafte Erfahrungen in sicherer und ruhiger Atmosphäre ansprechen und bearbeiten zu können. Inzwischen wurden auch in den christlichen Kirchen Anlaufstellen für geistlichen und Macht-Missbrauch eingerichtet.

Die Kontaktstelle ist nun seit vier Jahren über die Webseiten der Fokolar-Bewegung in den drei Ländern erreichbar: fokolar-bewegung.de/ fokolar-bewegung.at/fokolar-bewegung.ch – über diesen Link geht es direkt dorthin.

Auf den Webseiten finden sich auch Kurzvorstellungen der Personen, die für Gespräche zur Verfügung stehen; per Mail kann man mit ihnen Kontakt aufnehmen. Manche von diesen Ansprechpersonen haben keinen Bezug zur Fokolar-Bewegung; andere sind darin verwurzelt, haben aber keine Leitungsaufgaben. Alle sind geschult in Gesprächsführung und in der Begleitung von Personen in verletzlichen Lebenssituationen.

Ihre Aufgabe sehen die 15 „Kontaktpersonen“ darin, Menschen in ihrem Klärungsprozess zu unterstützen. Sie arbeiten unabhängig und unterstehen der Schweigepflicht. Das Angebot umfasst ein bis drei Gespräche. 

Bisher haben sich etwa 30 Personen an die Kontaktstelle gewandt.  

Wir sprachen mit Gabriele Müller und Ursula Gehri, die gemeinsam mit Hans Burkhard im Koordinationsteam der Kontaktstelle sind.

Ein Beitrag von Gabi Ballweg aus dem Mariapoli-Heft 5/2025. Foto: Ursel Haaf