Waltraud Gamp (14.4.1939 – 10.6.2026)

Waltraud Gamp wurde 1939 in Schweinfurt geboren, wo sie auch ihren Mann Hugo kennen und lieben lernte. Gemeinsam haben sie zwei Kinder. Über die Pfarrbewegung trafen Hugo und Waltraud auf die Fokolar-Bewegung und wurden beide Freiwillige.

Als Klaus Hemmerle 1975 Bischof in Aachen wurde, bat er darum, dass Menschen aus der Fokolar-Bewegung ihn unterstützen, mit ihm die Einheit leben. Waltraud und Hugo brachen ihre Zelte in Bayern ab und folgten dem Ruf nach Aachen. Hugo wurde Hausmeister im Priesterseminar und traf fast täglich auf Bischof Hemmerle.

Die Theologie, die Klaus Hemmerle predigte, haben die beiden im Alltag gelebt und konkret umgesetzt. So haben sie uns Aachenern ein Zuhause gegeben und es hat Klaus Hemmerle das Ankommen in Aachen erleichtert.

Waltraud und Hugo haben auch viele Jahre einen Familienkreis begleitet und Waltraud hatte die neuen Familien immer im Herzen. Es verging kein Familienwochenende, für das Waltraud nicht auch einen Kuchen gebacken hätte, solange sie es konnte.

Obwohl Waltraud über 50 Jahre in Aachen gelebt hat, hat sie ihren bayerischen Akzent nie abgelegt, was ihre intensive Bindung an die Heimat und die Familie deutlich machte und sehr sympathisch war.

Sie lebte treu als Freiwillige, trug ihren Kernkreis mit, besuchte täglich die heilige Messe, solange sie konnte, und betete viel den Rosenkranz. Wenn wir Aachener eine Sorge oder ein Anliegen hatten, vertrauten wir es Waltraud an und wussten: Sie würde dafür beten.

Leider hatte Waltraud viele gesundheitliche Beschwerden. Vor allem ihr schweres Asthma setzte ihr bis zum Schluss sehr zu. Sie ertrug aber alles, ohne zu klagen und wenn wir uns nach ihrem Ergehen erkundigten, sagte sie mit einem schelmischen Lächeln: „Unkraut vergeht nicht.“ Die letzten acht Jahre lebte Waltraud in einem Pflegeheim, liebevoll umsorgt von ihrem Sohn Johannes.

Zuletzt sehnte sie sich danach, erlöst zu werden. Sie war bereit für den Himmel.

Zusammengestellt von Ruth Sokolov, Foto: privat