Marianne Liesenfeld (10.3.1939 – 26.3.2026)

„Wenn sie da war, war der Raum mit Liebe, Güte und Wärme gefüllt.“ In diesem spontanen Kommentar haben viele „ihre Marianne“ wiedergefunden. Ihre warmherzige, ungekünstelte Liebe spiegelte sich in ganz konkreten Gesten, wie Pater Magnus aus Nigeria es im Requiem beschrieb: „Ihre Tür war offen, ihr Herz war es noch mehr. Sie war eine kluge Frau, die Rat geben konnte. Eine, die zuhörte. Eine, die ver­stand. Für manche war sie wie eine Mutter … Sie liebte Blumen – und wie oft hat sie zu Geburtstagen Blumen aus ihrem Garten mitgebracht: kleine Zeichen, die viel über ihr Wesen erzählen.“ Pater Magnus fuhr fort: „Marianne war eine Frau mit einer tiefen Verbindung zum Heiligen Geist. Diese innere Stärke, dieser Friede, diese Liebe – sie kamen aus einer tiefen Quelle.“

Aus einem kleinen Ort im Wester-wald führte ihr Weg nach Leubsdorf an den Rhein, wo sie mit ihrem Mann Erich drei Kinder bekam und über viele Jahre die Schwiegereltern pflegte. Ende der 1970er-Jahre lernten Marianne und Erich die Fokolar-Bewegung kennen, in der sie mancherlei Impulse für ihr Leben und auch treue Freunde fanden. Ihr Haus wurde zu einem Ort der Begegnung, ein Treffpunkt für Jung und Alt, für Frauenkreise und ihre Kernkreise. Wie oft hieß es im Blick auf diese Zeiten: „Da war man einfach zu Hause.“ oder: „In der Begegnung mit Marianne fühlte man sich liebevoll aufgenommen und wertgeschätzt.“

In den letzten Jahren auf Hilfe ange­wie­sen zu sein, fiel ihr nicht leicht. In einem Pflegeheim verbrachten sie und Erich bis zu dessen Tod 2023 kostbare gemeinsame Monate. Bis zuletzt war Marianne ungeachtet aller Einschränkungen für die anderen da, sie malte, schrieb weiter Grüße, trug Anliegen im Gebet mit. „Ich bin zufrieden“, sagte sie oft, und es war ihr anzusehen. In der Hauskapelle konnte sie auftanken. Noch am Tag vor ihrem Tod hat sie die Ihren mit einem wunderbaren Lächeln beschenkt. „Wenn die Hand, die wir halten, uns selber hält, dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut“, dieser Liedvers kam einem unwillkürlich in den Sinn. „Sie wird unser Leben weiter prägen“, heißt es auf der Gedenkkarte der Familie.

Zusammengestellt von Rosemarie Ringer/Stefan Liesenfeld; Foto: privat