Am 21. September 2024 reflektierten im Dialoghotel Eckstein in Baar rund 60 Erwachsene und etwa 20 Kinder über den interreligiösen Kongress „One Human Family“, der im Mai 2024 in Rom stattgefunden hatte.
Durch den Tag führten Taha Yunus Erdemli und Tersa Wehrle vom Team „Interreligiöser Dialog“ der Fokolar-Bewegung, wobei Wehrle betonte, dass letztlich Gott, Allah, durch das Programm führte.
Zu Beginn der Veranstaltung unterstrich Tersa Wehrle, dass „One Human Family“ nicht nur eine Vision, sondern eine Wirklichkeit sei, die im Sinne des geschwisterlichen Zusammenlebens verstanden werden müsse, wie es die Fokolare-Bewegung anstrebt. Die Teilnehmenden erhielten auch einen Einblick in die Geschichte und die Kernideen der Fokolar Bewegung.
Ein besonderer Moment des Abends war die Rezitation der Sura Al-Fatiha durch den syrischen Imam Kaser von der Iman-Zentrum-Moschee in Volketswil. Er betonte die Eigenschaften Gottes – des Erhabenen und Barmherzigen – und erinnerte daran, dass Gottes Barmherzigkeit alles umfasse. Der Imam betete für alle Menschen, die unter den Schrecken des Krieges leiden, und bat um Kraft, mit diesen Menschen zu fühlen und für sie zu beten. Im Anschluss daran setzte Markus Moll, ein katholischer Pfarrer, das Gebet fort und bat den barmherzigen Gott um seinen Segen für das heutige Zusammensein. Er betonte die Einheit und bat um Gottes Liebe und Erbarmen für alle Anwesenden und ihre Angehörigen.

Taner Hatipoglu (Ehrenpräsident der VIOZ (Vereinigung der islamischen Organisationen in Zürich) stellte den interreligiösen Kongress „One Human Family“ vor, der vom Zentrum für interreligiösen Dialog der Fokolare-Bewegung in Rom organisiert wurde. Er beschrieb die immense Anstrengung, die hinter der Organisation dieses Ereignisses stand, bei dem Menschen verschiedener Religionen und Nationalitäten zusammenkamen. Hatipoglu reflektierte über die tiefe Motivation der Fokolar Bewegung und Chiara Lubichs Vision, die Geschwisterlichkeit und den Dialog als handlungsleitende Prinzipien zu leben. Er betonte, dass diese Arbeit keine leichte Aufgabe war, sondern ein unermüdlicher Einsatz, der letztlich zu einem beeindruckenden Ergebnis führte. Die Teilnehmenden hatten ausserdem die Gelegenheit, Ausschnitte aus Videoaufnahmen des interreligiösen Kongresses in Castelgandolfo bei Rom und in Assisi zu sehen. Nach der Pause präsentierte Taha Yunus Erdemli eine Slideshow mit Bildern der Schweizer Delegation.
Im Laufe der Veranstaltung teilten die Teilnehmenden des Kongresses ihre persönlichen Erfahrungen. Eine Teilnehmerin berichtete, wie sie im Rahmen eines muslimischen Fastenbrechens Mitglieder der Fokolar-Bewegung kennengelernt hatte und von deren Einheit und Verständnis für Religion begeistert war. Sie hob den Geist der Fokolar-Bewegung hervor, der im Kongress spürbar war, und zitierte einen Koranvers, der dazu auffordert, dass die Menschen einander kennenlernen. Sie betonte die Aufrichtigkeit und Authentizität der Bewegung. Tersa Wehrle sprach über die universelle Botschaft der Liebe, die alle Vorurteile überwinden könne, unabhängig von Religion oder Glauben. Markus Moll erzählte von der Freude und dem Spass, den er während des Kongresses erlebte.
Ein Teilnehmer teilte seine Gedanken mit den Anwesenden. Er betonte, dass trotz der Kriege und Konflikte die Teilnehmenden in der Lage waren, Vorurteile abzubauen und Freundschaften aufzubauen. Er verglich den Kongress mit einem Fundament, das eine solide Basis für zukünftige Arbeit bietet. Er schloss mit einem Dank an Gott dafür, dass sie sich gefunden haben und fügte hinzu, dass die Teilnehmenden als Kinder von Adam und Eva zusammengekommen seien und eine Familie bildeten. Ein weiterer Teilnehmer hob hervor, dass der interreligiöse Dialog wirklich existiere und Gott sich über diesen Frieden freue. Jemand zeigte sich besonders beeindruckt von der Diversität der Teilnehmenden, dem gemeinsamen Durst nach Frieden und betonte, dass die Menschheit diesen Frieden dringend brauche.
Gegen Ende der Veranstaltung kamen Fragen auf, wann der nächste Kongress stattfinden werde und wie die Prinzipien, die dort vermittelt wurden, in den Alltag integriert werden könnten. Andere Teilnehmenden fragten sich, welche Rolle sie als Einzelne in der Gesellschaft spielen könnten.
Ramazan Özgü von der Universität Zürich brachte zum Abschluss seine tiefe Verbundenheit mit Chiara Lubich, der Gründerin der Fokolar-Bewegung, zum Ausdruck. Er betonte, dass ihre Ideen nicht nur Theorien seien, sondern praxisorientiert und handlungsleitend wirken.
Ein Beitrag von Ramazan Özgü (Jurist, Doktorand, wissenschaftlicher Mitarbeiter Universität Zürich). Das Foto machte Anna Penninger.