Über das lange 1. Mai – Wochenende fuhren 60 Personen für gemeinsame Einkehr- und Erholungstage nach Seevetal.

Auf dem letzten Stück der Anfahrt, spätestens aber beim Abendessen nach der Ankunft war allen Teilnehmenden des  „Wochenendes im Grünen“ klar, warum die gemeinsamen Tage der Fokolar-Bewegung im Norden so hießen. Die Glasfenster des Speisesaales auf dem Sunderhof in der Nordheide wenige Zugminuten von Hamburg vermittelten den Eindruck, im frischen Grün des umgebenden Waldes zu sitzen.

So begann die zweite Auflage dieser Form von Einkehr- und Erholungstagen, für die wir als Fokolar-Bewegung im Norden aufgrund des Feiertages dieses Mal sogar einen Tag länger Zeit hatten als im Vorjahr.

Ein sehr prägender Eindruck: wir haben alle ein gewaltiges Bedürfnis nach ausreichend Zeit für Begegnung von Angesicht zu Angesicht und ganz offensichtlich für intensive Gespräche. So sehr, dass genau dies unserer Ansprechperson im Haus deutlich auffiel.

Mit großer Freude konnten wir feststellen, dass unter den ca. 60 Teilnehmenden aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein eine ganze Reihe neuer Gesichter waren und dass es vor allem überhaupt nicht auffiel, ob jemand zum ersten Mal dabei war. Alle waren gleichermaßen bei der Programmgestaltung involviert, wie z.B. beim Anbieten eines Workshops am Nachmittag, bei der Musik oder beim Sketch.

Unter dem Oberthema „Frieden“ gab es an zwei Vormittagen jeweils einen inhaltlichen Impuls: „Persönlicher Umgang mit Konflikten – einschließlich konkreter Übungen“ und „Unsere freiheitlich demokratische Grundordnung und ihre Gefährdung“. Da das zweite Thema geprägt war von einer persönlichen Erfahrung der Referentin Monika Scheidler im Umgang mit rechtsextremen Tendenzen in ihrem Stadtviertel in Dresden, kam es zu z.T. emotional sehr aufgeladenen Diskussionen mit der wichtigen Erkenntnis, dass wir auch das gemeinsam zulassen und es aushalten können, wenn wir mit unserer Unterschiedlichkeit konfrontiert werden.

Kreative, sportliche und erholsame Angebote prägten die Nachmittage: Malen, Upcycling, Singen, Catech’eria, Wandern, ein meditativer Waldsparziergang, Kanu fahren, Kaffee trinken, einen Tierpark besuchen.

Bemerkenswert auch die Gottesdienste: eine katholische Messe, ein evangelischer Gottesdienst, ein ökumenischer Gottesdienst – logischerweise immer für alle gemeinsam. 

Reflektieren konnten wir das Wochenende zum Schluss mit Hilfe der Finger einer Hand: Daumen hoch – was war gelungen? Der Zeigefinger- worauf können wir besser achtgeben? Der Mittelfinger – was ist nicht gelungen? Der Ringfinger – wie waren die Beziehungen? Der kleine Finger – was ist zu kurz gekommen?

Zwei Erkenntnisse, die uns bleiben:
Zum einen der große Wunsch sehr vieler, dass diese Art Wochenende regelmäßig einmal im Jahr stattfindet. Zum zweiten die Wahrnehmung, dass uns Familien mit Kindern und Jugendlichen gefehlt haben, die wir uns sehr wünschen.

Beitrag und Fotos von Christian Kewitsch.