
Beim Genkongress 2026 in Wien machten sich die jungen Leute auf die Suche nach dem Licht in sich, in den Beziehungen und in der Gesellschaft.
Vom 2. bis 6. September 2026 fand in Wien der Gen2-Kongress der Fokolar-Bewegung für die DACH-Zone statt. Aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, der Slowakei, Schottland, Italien, Belgien und Spanien kamen 85 junge Erwachsene zusammen. Unter ihnen einige, für die es der erste gemeinsame Kongress war. Die Tage fanden nach dem Sommercamp „Echoes of silence“ statt und vertieften daher auch Beziehungen aus dieser Erfahrung.
Das Programm war sehr vielfältig gestaltet. Im Zentrum stand das Thema „LICHT“: das Licht in mir, das Licht unter uns und das Licht in die Gesellschaft tragen. Jeder Tag begann mit einem spirituellen Impuls.
Licht in mir
Am Donnerstag starteten die Teilnehmenden mit der Frage „Was bringt uns Licht?“ Sie dachten zunächst persönlich darüber nach: Woher ist das Licht in meinem Leben? Was gibt mir Kraft? Was weist mir die Richtung? Was sind meine Ziele und Lichtquellen? Wie kann ich meine Lichtquellen vervielfachen? Was begeistert mich? Welche Träume/Ziele habe ich? Im Anschluss tauschten sie sich darüber aus: in Gesprächsgruppen oder beim 2er-Spaziergang. Dabei konnten sie dem Licht (Gott in sich) nachspüren und ihre Erfahrungen teilen.

Licht unter uns
Der Freitag war der Gemeinschaft gewidmet. Durch einen inszenierten Dialog und ihre persönlichen Erfahrungen haben die Gen aus Innsbruck das Gebot der Liebe präsentiert.
Hier ein Ausschnitt aus dem Dialog:
D: Lass uns doch einmal hören, was Chiara Lubich dazu sagt:
E: „Denn wir leben gewissermaßen zwischen zwei Feuern: dem Heiligen Geist in uns und Jesus unter uns. Zwischen diesen beiden Feuern lebt (liebt) man wie erfüllt von Licht und Weisheit.“
D: Ich finde dieses Zitat so stark aufgrund von zwei Aspekten. Einerseits ist da der Aspekt des Feuers. Ein Feuer kann wärmen, man kann sich aber auch verbrennen. Genauso ist es auch in einer Gruppe, in der man als Individuum entweder voll aufgehen aber z. B. auch untergehen kann.
Und dann ist da noch jener Aspekt von Jesus unter uns und dem Heiligen Geist in uns. Wenn wir das auf die Gruppe übertragen: Weder sind die Bedürfnisse der Gruppe wichtiger als die eigenen noch muss man sich selbst wichtiger nehmen als jede Gruppe. Beides kann Ausdruck derselben Liebe sein; so wie auch zwischen Jesus und dem Heiligen Geist keine Hierarchie stattfindet.
Licht in die Welt tragen
Unter dem Motto „Licht und Brüche“ haben sich die Gen aus Augsburg mit den Schatten und Herausforderungen in sich selbst, in Beziehungen und in unserer Gesellschaft auseinandergesetzt. Erfahrungen von einem Aufenthalt in Loppiano, beim internationalen Kongress „Echoes of Silence“ und von persönlichen Begegnungen zeigten, wie Dialog, Gemeinschaft und gelebte Liebe Brücken zwischen Menschen und Kulturen schaffen können.
Die gemeinsame Botschaft: Auch mitten in der Dunkelheit können wir füreinander Licht sein – indem wir einander begegnen, zuhören und uns entscheiden, immer wieder zu lieben.

Vielfältiges Programm
Workshops boten die Gelegenheit, sich mit ganz unterschiedlichen Thematiken zu beschäftigen: Entscheidungen treffen auf meinem Weg; Wissenschaft und Glaube; Europa als Raum für Beziehungen; Gruppendynamiken und Teamentwicklung; Verantwortung für die Umwelt: Müllsammelaktion; Gewaltfreier Widerstand und Soziale Verteidigung.
Abwechslung boten auch die reichhaltigen Angebote zu Sport und Yoga, Kunst und Kreativität, Musik und Tanz. Mit einer kreativen Schnitzeljagd sind bunt durchmischte Gruppen in der Stadt Wien durch die Straßen gezogen, um dort die Stadt zu entdecken und als Gruppe zusammenzuwachsen.



Freude über das Wiedersehen sowie neue Begegnungen und tiefe Gespräche machten diese Tage aus. Eine der Mitorganisatorinnen, Magdalena Binder, erzählt: „Die Anfangsidee war, eine Möglichkeit zu finden, um auf D-A-CH-Ebene unter den jungen Erwachsenen wieder zusammenzukommen. Die Vorbereitung für diesen Kongress selbst hatte dann verschiedene Stadien. Wir haben im Dezember begonnen und im Februar mit der Vorbereitungsgruppe gestartet. Es war eine Freude mitzuerleben, wie immer mehr Leute dabei waren, jede und jeder hat etwas übernommen. Alle waren voll dabei. Etwa die Gruppe, die die Abendgebete und Gottesdienste vorbereitet hat; sie hatten alles durchdacht und so einen tollen Beitrag für das Ganze gegeben. Es war auch großartig, neue Leute kennenzulernen. So konnte ich die zwischenmenschlichen Beziehungen auffrischen oder neu aufbauen. Wir hatten im Programm oder in den freien Momenten viele Möglichkeiten, einander besser kennenzulernen.“
Durch die Kraft aus dem Miteinander gestärkt sind die Teilnehmenden wieder nach Hause gefahren, mit der Hoffnung, dass sie dort, wo sie leben, das Licht dieser Tage einbringen können.







Ein Beitrag von Maria Chiara Levorato und Roswitha Oberfeld; Fotos: Andi Dörrer