
Roswitha Hesselink (27.9.1950 – 19.5.2026)
Roswitha wuchs in behüteten Verhältnissen in Nordhorn auf. Während der Schwangerschaft erkrankte ihre Mutter an Röteln. So war die Kindheit mit Sorge und Fürsorge verbunden. Als sie eingeschult wurde, merkte man schnell, dass sie nicht mithalten konnte. Roswitha zog sich immer mehr zurück, weil sie nie Erfolg verspürte, noch Anerkennung bekam.
Durch ihre sechs Jahre jüngere Schwester und den damaligen Kaplan in Nordhorn, Josef von Nahmen, lernte Roswitha die Fokolar-Bewegung kennen. In Nordhorn bildeten einige Jugendliche bald einen „Wort des Lebens“-Kreis. Einmal monatlich fuhren sie zu Jugendtreffen nach Herten. Roswitha machte die Erfahrung, dass sie so angenommen wurde, wie sie war. Wenn „Jesus in der Mitte“ erfahrbar war, konnte sie sich öffnen und anderen von sich berichten.
In den 1980er-Jahren entdeckte Roswitha ihre Berufung zur Freiwilligen. 1982 zog sie zunächst in eine Einliegerwohnung im Haus ihrer Schwester und wagte dann den Schritt in eine Eigentumswohnung. Sie arbeitete fast 25 Jahre bei der Royal Air Force, zuerst in der Küche, später an der Pforte. Als 2008 der Standort aufgegeben wurde, arbeitete Roswitha bis zur Rente in der Wäscherei eines Pflegeheims. Als ihre Kräfte nachließen, zog sie in eine altersgerecht eingerichtete Wohnung dieses Heims. Wegen ihrer starken Osteoporose wurde sie immer krummer und hatte starke Schmerzen. Viele Monate hatte sie starken Husten, sodass sie kaum sprechen konnte. Mitte März zog sie ins Pflegeheim. Wie sie sagte, gerade noch rechtzeitig, denn ihr Körper nahm keine Nahrung mehr an. Roswitha wollte keine weiteren Untersuchungen. Sie ging ganz bewusst auf ihr Lebensende zu.
Roswitha hat ihre Berufung in großer Treue und Stille gelebt. Ihr Motto war: „einfach nur da sein!“ Sie blieb immer in der Haltung der Liebe, was nicht immer einfach für sie war, besonders bei Menschen, die ihr wenig Verständnis entgegenbrachten. Sie konnte unglaublich gut zuhören und oft hatte man nach einem Gespräch mit ihr Klarheit für seine Anliegen.
Ein Satz, den ihr Chiara Lubich einmal für ihr Leben gegeben hatte, prägte dieses bis zu ihrem Tod: „Der Herr nimmt mich in seiner unendlichen Liebe an, so wie er mich geschaffen hat.“
Zusammengestellt von Ulrike Lompa und Kernkreis; Foto: privat