Matthias Hembrock berichtet von der Erfahrung bei der Zentralversammlung der Fokolarpriester und –diakone: „Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben“ (Lukas 24, 29)

Es war alles ganz satzungsgemäß. Das sogenannte „regolamento“, die Richtlinien, des Zweiges der Fokolarpriester und –diakone sieht im dritten Kapitel des fünften Teiles vor, dass alle fünf Jahre eine ordentliche Zentralversammlung stattfindet, an der zahlreiche Vertreter der sogenannten konstituierten Zonen teilnehmen. Aus der D-A-CH-Zone waren es Maurizio Silini (Schweiz), Stefan Ulz (Österreich), Hans Schweiger, Winfried Kuhnigk und Matthias Hembrock (Deutschland).

Vom 7. bis 10. April kamen in Castel Gandolfo etwa 50 stimmberechtigte Teilnehmer plus etwa 20 eingeladene Priester/Diakone aus aller Welt zusammen. Auch ein lutherischer Pfarrer, Eric Berggruen aus Schweden, war dabei.

Hauptaufgabe war die Wahl eines Fokolarpriesters, der dann von der Präsidentin der Fokolar-Bewegung zum zentralen Verantwortlichen ernannt würde.

Seit über einem Jahr war die Versammlung vorbereitet worden. Es wurden Themen gesammelt, die Teilnehmer gewählt und Vorschläge für die Wahl des zentralen Verantwortlichen gesammelt. Fünf Priester hatten daraufhin von ihren jeweiligen Bischöfen vorab die Zustimmung bekommen, im Fall der Wahl für fünf Jahre am Zentrum mitarbeiten zu dürfen. Gewählt wurde schließlich Imre Kiss aus Ungarn, der bereits seit zweieinhalb Jahren die Leitung des Zweiges hatte. Margaret Karram bestätigte die Wahl unter großem Applaus.

Imre Kiss, der neue Zentralverantwortliche, nimmt die Wahl an.

Den inhaltlichen Schwerpunkt der Vorträge und Diskussionen lieferte das Abschlussdokument der Generalversammlung „Die Wende der Einheit“ und die Ansprache von Papst Leo XIV. am 21. März. Vor allem die erste Priorität des Schlussdokumentes hat uns angesprochen, dass wir eine „konkrete Umkehr des persönlichen und gemeinschaftlichen Lebensstils“ anstreben, „damit die Einheit als tägliche Erfahrung gelebt wird und nicht nur als inspirierendes Prinzip.“

Ebenso hat uns der Impuls des Papstes beschäftigt, dass wir unter-suchen sollen, welche Praktiken unseres gemeinsamen Lebens und Apostolats „wesentlich sind und daher beibehalten werden müssen und hingegen – obwohl lange in Gebrauch – für das Charisma nicht wesentlich sind oder sich als problematisch erwiesen haben und deshalb aufgegeben werden müssen.“ Das hat dazu geführt, dass wir die vier vorbereiteten Themen beiseite gelegt haben und stattdessen nur dieser einen Frage nachgegangen sind.

Sehr beschäftigt hat uns auch der Bericht von der Generalversammlung, den uns Margaret Karram und Roberto Almada gegeben haben. Neben den wichtigen Themen, die dort behandelt wurden, war für uns Priester und Diakone auch von großer Bedeutung, wie die Kommunikation mit dem für uns zuständigen vatikanischen Dikasterium abgelaufen ist. Als Folge des Missbrauchsskandals in der Katholischen Kirche ist die Autorität bestrebt, alles zu tun, um künftig Missbrauch jeder Art zu verhindern und die leider vielen aufgetretenen Fälle konsequent zu bearbeiten. Das ist eine Jahrhundertaufgabe der Kirche, bei der diese noch ganz am Anfang steht. Uns hat tief beeindruckt, mit welch klarer Haltung Margaret diese Situation gelebt hat und wie groß ihre Liebe zur Kirche ist, auch wenn deren mütterliche oder väterliche Liebe nicht nur sanft ist, sondern auch fordernd.

In einem langen Gespräch hat sie uns eindringlich aufgetragen, tatsächlich satzungsgemäß zu handeln. Im dritten Artikel der Richtlinien wird den Fokolarpriestern und –diakonen aufgetragen, „zur Gemeinschaft zwischen der institutionellen und der charismatischen Dimension der Kirche beizutragen, damit in ihr gemeinsam mit dem petrinischen Profil auch das marianische Profil aufleuchte.“
Als wir Resümee zogen, schien uns, dass der Auferstandene wie damals bei den Emmausjüngern, so auch heute bei uns war, uns alles erklärte und unsere Herzen entzündete. Mit ihm wollen wir die „Wende der Einheit“ vollziehen – beheimatet im Herzen des Werkes Mariens und eingewurzelt in der einen Kirche Jesu Christi.

Matthias Hembrock zusammen mit Margaret Karram

Ein Beitrag von Matthias Hembrock; Fotos: Matthias Hembrock; CSC Audiovisivi