„Prossimità -Nähe“ leben die vier Bewohnerinnen des Frauenfokolars in der Prinzregentenstraße in Berlin nicht nur mit den Mietern in ihrem Haus sondern auch mit ihrer „kleinen Gottesdienst-Gemeinde“ der Kapelle des St. Gertrauden-Krankenhauses in Berlin-Willmersdorf.

Manuela Link berichtet:

Neuerdings gehört auch eine Freiwillige dazu, die ein paar Straßen weiter von uns entfernt wohnt.

Seit Jahren schon sind wir – sofern uns die Berufstätigkeit nicht davon abhält – werktags um 8.00 Uhr und sonn- und feiertags um 9.00 Uhr in der Heiligen Messe. Und zwischenzeitlich gibt es mit den meisten Gottesdienstbesucher ein sehr freudiges Interesse aneinander und beständiges sich Begleiten, das auch auf Neue überspringt. Fehlt ein Kirchenmitglied, geht gleich eine Whatsapp-Welle los, um zu verstehen: Was fehlt? Wo ist Unterstützung angesagt? oder die Zusicherung: „Wir denken an Dich“ und „werd bald wieder gesund“. Und manchmal braucht es einfach nur den stillen Zuspruch im Gebet.

Die Kontakte sind inzwischen sehr vielfältig, angefangen bei den beiden Krankenhausseelsorgern P. Adrian (SJ) und Karen, der evang. Pfarrerin, dem Diakon Thomas, den Katharinenschwestern im Haus, dem Personal an der Rezeption des Haupteingangs, die uns schon kennen und freudig begrüßen.

Seit nunmehr fast drei Jahren machen wir auf Anfrage von P. Adrian jeweils am ersten Samstag im Monat eine kleine Einführung zum Beginn der Heilige Messe, so eine Art „Mini-Predigt“, wie ich es oft nenne. Das gibt im Wechsel immer einer von uns die Gelegenheit, unter Bezugnahme auf die Schriftlesungen des Tages unsere Gedanken und Erfahrungen weiter zu schenken. Eine Art der „Verkündigung“ unseres Lebensstils, der geprägt ist von unserer gemeinschaftlichen Spiritualität im Alltag.

Schön und vor allem für alle gewinnbringend sind die Begegnungen bei den sporadischen, gemeinsamen Frühstücken im Pavillon des Schwesterngartens. Nach kurzen Absprachen kommt ein reiches Buffet zusammen von den meist 10-15 Personen. Viel schöner und interessanter ist aber, dass wir uns immer mehr kennen und schätzen lernen, das Teilen von Erfahrungen, von Freud und Leid, den Herausforderungen in Kirche und Gesellschaft.

Wir sind dankbar und möchten es nicht missen: Neben den Orten kirchlichen Lebens als „Ort geistlichen Lebens“ innerhalb unseres Pfarrei St. Helena für die Menschen und unseren Kiez da zu sein.

Beitrag und Fotos von Manuela Link.