Nachrichten von der Generalversammlung

Wie versprochen findet ihr hier die aktuellen Nachrichten von der Generalversammlung.

Der Artikel wird laufend ergänzt, die jeweils neue Nachricht steht oben.

Bericht 6 – Generalversammlung 2026 (18. März 2026) 

Wahl der Beraterinnen und Berater im Generalrat

Heute wurden die 20 Beraterinnen und Berater im Generalrat der Fokolar-Bewegung gewählt. Sie werden die Präsidentin in ihrer neuen Amtszeit unterstützen.

Gemäß dem Allgemeinen Statut vertreten sie gemeinsam mit der Präsidentin bzw. dem Ko-Präsidenten die Bewegung und sollen stets dem gesamten Werk ein lebendiges Beispiel der Einheit geben.  

Sie werden die Aufgaben übernehmen, die ihnen die Präsidentin anvertraut, vor allem die Verantwortung für die konkreten Aspekte im Leben der Bewegung, die in den „sieben Farben“ zusammengefasst sind, sowie die Begleitung der geografischen Regionen, der „Zonen“. In ihrem Amt liegt ihnen vor allem die Einheit der gesamten Fokolar-Bewegung am Herzen. Bei allem, was sie tun, suchen sie diese Einheit zu bewahren und zu fördern.

Nachdem sie mit zwei Dritteln der Stimmen der Wahlberechtigten gewählt wurden, treten sie heute ihr Amt an, das sie für die Dauer von fünf Jahren ausüben werden.

Stefania Tanesini und Kommunikationsteam

Bericht 4 – Generalversammlung 2026 (10. März 2026) 

Mit Tiefgang und Realismus die Zukunft gestalten

Mit intensiven Gesprächen und gemeinsamer Arbeit ist die Generalversammlung in die Hauptphase eingetreten. Vom 6. bis 11. März wird über neun Themenkreise gesprochen, die aus Vorschlägen von Einzelpersonen und Gemeinschaften der Bewegung weltweit hervorgegangen sind. In den 30 Arbeitsgruppen gehen Moderatoren nach der Arbeitsweise des „Gesprächs im Geist” vor, um Zuhören und Unterscheidungsvermögen zu fördern. Es entstehen gemeinsame Vorschläge und Handlungsstrategien, die im Plenum diskutiert und anschließend der Versammlung zur Abstimmung vorgelegt werden.

Governance, Mitwirkung und Verantwortung: Es hat sich gezeigt, dass eine breitere, mitverantwortliche und generationsübergreifende Teilhabe sowie eine synodalere und transparentere Governance notwendig sind. Zudem wird über die Beziehungen zwischen dem Internationalen Zentrum, den geografischen Gebieten und den Gemeinschaften vor Ort nachgedacht sowie über die Bedeutung von Leitung im Licht des Charismas der Einheit.

Familie: In einer Bewegung mit unterschiedlichen Berufungen, Altersgruppen und Kulturen betrifft das Thema Familie alle. In manchen Gesellschaften werden ihre Herausforderungen jedoch vernachlässigt. Nun wird darüber gesprochen, wie die Familie unter Berücksichtigung der kulturellen Vielfalt und Komplexität wieder in den Mittelpunkt gerückt werden kann.

Die Fokolar-Bewegung in der katholischen Kirche: Die Beziehung zur katholischen Kirche wird unter dem Gesichtspunkt des Austausches von Gaben vertieft. Das Charisma der Einheit wächst sowohl in der Weltkirche als auch in den Ortskirchen. Im Fokus stehen die Schulung zum Dialog sowie die Beziehungen zu den Ortskirchen und den anderen kirchlichen Bewegungen.

Beziehungen zwischen Angehörigen verschiedener Kirchen: Für eine Bewegung, die Menschen aus vielen christlichen Kirchen vereint, ist die Ökumene eine wichtige Herausforderung. Es gilt deshalb, das Wir-Gefühl zu stärken und auf Sprache und Gesten zu setzen, die gegenseitige Wertschätzung und Verständnis fördern. Nun wird untersucht, durch welche Entscheidungen auf Schulungs-, kultureller und operativer Ebene die ökumenische Dimension in allen Bereichen gestärkt werden kann.

Frieden und integrale Ökologie: Die Erde bewahren und inklusive Gemeinschaften aufbauen: das sind zwei untrennbare Aspekte. Es wird versucht, das Engagement der Bewegung besser zu definieren und ihre Werte bei lokalen und globalen Aktionen umzusetzen. Dazu zählen ökologische Projekte sowie Schulung zum Frieden und zur Versöhnung unter Gemeinschaften und Völkern.

Weitergabe des Charismas: Wie können wir heute über unser Charisma der Einheit sprechen? Mit wem und mit welchen Worten? In einer stark veränderten Welt benötigen wir neue Narrative, um die Generationen von heute und morgen zu erreichen.

Dialog und Polarisierung: In einem von kulturellen, politischen und religiösen Spaltungen geprägten Kontext – auch innerhalb der Bewegung – ist der Dialog von grundlegender Bedeutung. Wir überlegen, wie wir angemessene Schulungen und eine Kultur der Gastfreundschaft fördern können, um diese Spaltungen zu überbrücken.

Einheit heute leben: Gewissensbildung, Respekt vor der persönlichen Freiheit und Gemeinschaftsbildung sind Themen, die uns sehr am Herzen liegen. Wir suchen nach Möglichkeiten, um Einstellungen, Strukturen und Sprachstil so zu verbessern, dass sie die Würde aller und ihr Reifen in der Berufung wirklich unterstützen.

Kommunikation, Medien und künstliche Intelligenz: Neue Technologien eröffnen Chancen, werfen aber auch Fragen auf. Unter die Lupe genommen werden Kommunikationsstrategien, der bewusste Umgang mit Medien, die Einbeziehung junger Menschen und ethische Aspekte im Zusammenhang mit der Entwicklung künstlicher Intelligenz.

Gelebte Nähe, die verbindet: Jüdische und islamische Sichtweisen im Gespräch

Jeder Tag beginnt mit einer Betrachtung oder Reflexion, die von Mitgliedern verschiedener christlicher Kirchen oder von Gläubigen anderer Religionen geleitet wird. Am 9. März wurde das Thema „Nähe in der jüdischen und der islamischen Tradition” mit Rabbi David Goodman aus Jerusalem und dem muslimischen Theologen Adnane Mokrani vertieft – ein wertvoller Lichtblick angesichts des schweren Leids im Nahen Osten und vieler Völker.

Physische Nähe reiche nicht aus, meinte Rabbi Goodman. Echte Nähe entstehe, wenn wir die Wunden des anderen annehmen und ihn an unseren eigenen Wunden teilhaben lassen. In einer Live-Schaltung aus Jerusalem vermittelte er eine starke Botschaft der Hoffnung und Versöhnung und wünschte der Versammlung eine Erfahrung echter Nähe.

Adnane Mokrani betonte, dass Gott immer bei uns sei, noch bevor wir ihn anrufen. Er suche uns und begleite uns auch in Gefahrensituationen. Gelebte Nähe mache uns zu ganzheitlichen Menschen, da sie uns für Solidarität öffne und es uns ermögliche, den Schmerz der anderen zu teilen. Er beschrieb dies mit dem Bild eines Dreiecks, dessen Mittelpunkt die Liebe ist: Gott, ich und der Bruder bzw. die Schwester.

„Beten wir dafür, dass Gott in dieser dunklen Zeit einen neuen Weg für die Menschheit offenbaren möge.“

Das Programm der nächsten Tage

12.–15. März: Wahl der Präsidentin, des Ko-Präsidenten und der Beraterinnen und Berater im Generalrat.
16.–20. März: Diskussion und Abstimmung über die Vorschläge zur Änderung des Allgemeinen Statuts und der Richtlinien.
Am 21. März empfängt Papst Leo XIV. die Generalversammlung zu einer Privataudienz.

Das letzte Bild zeigt die Gruppe der Moderatorinnen und Moderatoren.

Stefania Tanesini und das Kommunikationsteam

Bericht 3 – Generalversammlung 2026 (6. März 2026) 

Jeder Ort soll Oase und keine Festung sein

Vom 2. bis 4. März fanden im Rahmen der Generalversammlung der Fokolar-Bewegung die Einkehrtage statt. Es waren Tage des Hörens auf den Heiligen Geist, der Stille und des Gebets für den Frieden. Zudem gab es Gelegenheit, einige globale Probleme aus der Perspektive von Persönlichkeiten verschiedener Kulturen zu betrachten.

Andrea Riccardi, italienischer Historiker und Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio, sieht in der aktuellen Weltlage einen starken Ruf zur Geschwisterlichkeit für die Bewegungen. Oft hören wir diesen Ruf jedoch nicht, da wir möglicherweise zu sehr mit unseren eigenen Problemen beschäftigt sind. Nur wenn wir „hinausgehen” und mit der Wirklichkeit in Kontakt kommen, können wir unsere Sendung erfüllen. Vinu Aram, Ärztin und Direktorin des Internationalen Zentrums Shanti Ashram in Indien, betonte, dass zum Aufbau des Friedens auch eine tiefgreifende spirituelle Schulung notwendig ist.

Der brasilianische Priester Pater Vilson Groh, der in den Armenvierteln von Florianópolis in Brasilien arbeitet, und die Sekretärin der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika, die argentinische Theologin und Dozentin Emilce Cuda, äußerten sich zu Problemen wie Armut, Ungerechtigkeit und der Migration von Millionen von Frauen und Männern. Sie sprachen über die enormen weltweiten Ungleichheiten und betonten, dass der Einsatz für Benachteiligte ein unabdingbarer Aspekt unseres Lebens, das Antlitz des Verlassenen Jesus ist, den wir suchen und dem wir begegnen sollen.

Die italienische Soziologin Chiara Giaccardi rückte in ihrem Vortrag die Kostbarkeit jeder Beziehung als Quelle der Verwirklichung und Freiheit in den Mittelpunkt. Es geht nicht nur um die Suche nach Selbstverwirklichung und deren Förderung, sondern vielmehr um eine gemeinsame Verwirklichung, die Möglichkeit, gemeinsam etwas Neues, einen generativen Raum zu schaffen. 

Doch sind Begriffe wie „Beziehung” und „Freiheit” im Zeitalter der künstlichen Intelligenz und immer manipulativerer Systeme überhaupt noch sinnvoll? Der italienische Journalist und Präfekt des Dikasteriums für Kommunikation, Paolo Ruffini und Fadi Chehadé, einer der weltweit führenden IT-Experten, sprachen über die großen Chancen und die enorme Verantwortung, die wir in allen Bereichen der Kommunikation haben – insbesondere jetzt, da künstliche Intelligenz zunehmend in unser Leben Einzug hält. Es war jedoch kein Appell, diese Technologien nicht zu nutzen. Im Gegenteil: Es geht darum, ihren ethischen Einsatz zu unterstützen und mutig zu menschlichen Beziehungen zurückzukehren. Chehadé betonte unter Berufung auf eine Aufforderung seines Vaters, dass wir „unsere Häuser und unsere Gemeinschaften nicht zu Festungen, sondern zu Oasen machen” sollten.

Am 5. März stand der Fünfjahresbericht 2021–2026 von Präsidentin Margaret Karram auf dem Programm. Ko-Präsident Jesús Morán teilte einige Überlegungen dazu mit. Anschließend wurde sowohl in den Gruppen als auch im Plenum darüber diskutiert.

Stefania Tanesini und Kommunikationsteam

Bericht 2 – Generalversammlung 2026 (2. März 2026) 

Den Frieden erflehen

Stille, Gebet und Besinnung: Die Einkehrtage der Generalversammlung der Fokolar-Bewegung haben am 2. März begonnen und enden am 4. März. Momente „auf Du und Du“ mit Gott und Austausch miteinander wechseln sich ab in diesen von immer dramatischeren Nachrichten aus vielen Kriegsgebieten geprägten Tagen. Und hier, wo die ganze Welt vertreten ist, sind es keine Nachrichten aus weiter Ferne. Sie machen Menschen, Orte, Gemeinschaften und Völker, die leiden, ganz präsent.

Deshalb geht von hier eine Einladung an alle Angehörigen der Bewegung weltweit, zu beten und durch die verschiedensten persönlichen und gemeinschaftlichen Initiativen vom Himmel das Geschenk des Friedens zu erflehen.

Das Programm der Generalversammlung

Am 5. März wird die Präsidentin ihren Bericht über ihr Mandat 2021–2026 vorlegen. Vom 6. bis 11. März finden dann Arbeitssitzungen zu ausgewählten Themen statt. Die Gruppenarbeiten erfolgen mit der Methode des Dialogs und der Unterscheidung, die „Gespräch im Geist” genannt wird. Es sind auch Plenarsitzungen und Abstimmungen über die Ergebnisse vorgesehen.

Vom 12. bis 15. März wird dann die neue Leitung am Zentrum gewählt: die Präsidentin, der Ko-Präsident sowie die Beraterinnen und Berater. Vom 16. bis 20. März stehen Diskussionen und Abstimmungen über Änderungsvorschläge zum Allgemeinen Statut und den Richtlinien auf dem Programm. Die Generalversammlung endet in Rom am 21. März mit einer Audienz für alle Teilnehmenden bei Papst Leo XIV.

Nach Abschluss der verschiedenen Etappen werden wir euch jeweils einen Kurzbericht zukommen lassen, den nächsten am 5. März nach Beendigung der Einkehrtage.

Stefania Tanesini und das Kommunikationsteam

Fotos: „Time-Out für den Frieden” bei der Generalversammlung, von Javier García-CSC Audiovisivi

Bericht 1 – Generalversammlung 2026 (1. März 2026) 

„Somit erkläre ich die ordentliche Generalversammlung des Werkes Mariens, die gemäß den Bestimmungen des Allgemeinen Statuts einberufen wurde, für offiziell eröffnet“, sagte Margaret Karram, Präsidentin der Fokolar-Bewegung, am 1. März 2026 und gab damit den Startschuss für die Versammlung. Unter den 320 Teilnehmenden befinden sich Vertreter von acht christlichen Kirchen sowie verschiedener Religionen und Kulturen. Leider sind noch nicht alle eingetroffen, da aufgrund der verschärften Konfliktsituation im Nahen Osten der Flugverkehr dort eingestellt wurde. Sofort richteten sich die Gedanken und Gebete der gesamten Versammlung auf diese Region. 

In ihrer Eröffnungsrede sagte die Präsidentin: „Nach einer langen Vorbereitung habe ich das Gefühl, hier nicht nur euch zu sehen, sondern alle unsere Gemeinschaften auf der ganzen Welt: von den Gen4 über die Bischöfe bis hin zu den Freunden, Jugendlichen und allen, die in diesem Moment aus den unterschiedlichsten Gründen leiden und ihre Schmerzen anbieten.“ 

„Ich bin heute Morgen mit großer Freude hierhergekommen“, vertraute sie uns an, „und gleichzeitig bin ich angesichts der wichtigen Momente, die jetzt auf uns zukommen, etwas angespannt. Es werden sicherlich anspruchsvolle Tage, aber ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass diese Zeit für uns alle zu einer starken Gotteserfahrung wird.“

Bei der Meditation sprach Sergio Rondinara darüber, wie im Licht der Erfahrung von Chiara Lubich die „Voraussetzung für jede andere Regel“ – Präambel des Allgemeinen Statuts und Basis für die darin enthaltenen Normen – zu interpretieren ist.

Auch die Arbeit der Versammlung gründet auf dieser Norm: „Die gegenseitige und beständige Liebe, die die Einheit und die Gegenwart Jesu in der Gemeinschaft ermöglicht, ist für die Angehörigen des Werkes Mariens die Grundlage ihres Lebens in jedem seiner Aspekte: Sie ist die Norm aller Normen, die Voraussetzung für jede andere Regel.“

Der heutige Tag ist den Schritten gewidmet, die für die Durchführung der Versammlung notwendig sind. Zunächst wurden zwei Moderatoren aus den Teilnehmenden ernannt, anschließend die Wahlkommission, die für den ordnungsgemäßen Ablauf aller Wahlvorgänge zuständig ist. Danach wurden die Richtlinien und das Programm der Versammlung approbiert. 

Stefania Tanesini

28. Februar 2026: Die erste Pressemitteilung vor Beginn der Generalversammlung

Noch sind die Teilnehmenden auf dem Weg nach Rom, so gibt es heute nur einen etwas überraschenden Blick auf das Mariapoli-Zentrum in Castel Gandolfo.

Foto: CSC Audiovisivi