Irmgard Dörle (8.9.1932 – 27.12.2025)

Als zweites von sieben Kindern wurde Irmgard in Augsburg geboren. Der Vater hatte ein Ladengeschäft und war Kommandant der Augsburger Feuerwehr. Deshalb konnte er während des Krieges in der Nähe der Familie bleiben. Die im Glauben verwurzelte Familie erfuhr in dieser Zeit immer wieder den Schutz Gottes. Beim Bombenangriff im Februar 1944 auf Augsburg wurde das Elternhaus schwer getroffen. Die Familie musste in ein Dorf im Westen der Stadt umziehen. Als der Vater 1953 starb, musste Irmgard die Führung des Haushaltes übernehmen, damit die Mutter im Geschäft sein konnte.

Erst vierzehn Jahre später bot sich ihr die Gelegenheit, in München eine Ausbildung als Familien- und Altenpflegerin zu machen. Mit großer Hingabe und Freude war sie in diesem Beruf tätig. Durch ihr heiteres Wesen und ihre Einsatzbereitschaft war sie sehr beliebt.

Irmgard blieb unverheiratet, war aber in der Großfamilie der gute Geist. Spirituell haben die Kontakte zu Schönstatt-Priestern in ihrer Jugend ihr religiöses Leben geprägt. In München lernte sie dann die Fokolar-Bewegung kennen und schloss sich 1970 den Freiwilligen an.

Als in Augsburg das MITEINANDER-Haus entstand, kehrte Irmgard 2010 in ihre Heimstadt zurück. Sie hat sich mit ihren Begabungen in die Hausgemeinschaft eingebracht. Treu pflegte sie das Gebetsleben, besuchte regelmäßig Gottesdienste und sang im Kirchenchor mit.

Irmgard schrieb gern auf, was sie bewegte. So 2014: „Das Leben ist ein Abschiednehmen und oft sind wir nicht dazu bereit. Wir wissen nicht, wann diese Zeit zu Ende geht. Wir glauben nur, dass Glück, Leid, Zukunft und Vergänglichkeit in Gottes Händen steht.“

Im Januar 2018 wurde sie von einem Auto erfasst. Seitdem erlebte sie acht Jahre völliger Hilfslosigkeit und Ausgeliefertseins, unfähig sich mitzuteilen und sich zu bewegen. Begleitet wurde sie von ihrer Familie, ihren Bekannten, Bewohnern des Miteinander-Hauses und von Freiwilligen.

Ihr Wort des Lebens „Siehe, deine Mutter“ (Johannes 19,27) verwies Irmgard auf die Beziehung zu Maria, die ihr sehr wichtig war.

Zusammengestellt von Gabi Ballweg; Foto: privat