Willi Holstein (20.2.1935 – 6.11.2025)

Willi wuchs mit zwei Brüdern und einer Schwester auf. In Mainz studierte er Anglistik und Theologie. Durch einen ehemaligen Schüler machte er Bekanntschaft mit der Spiritualität der Fokolar-Bewegung; er wurde einer der ersten Freiwilligen Deutschlands.

Als junger Lehrer lernte er Beate kennen. Sie verlobten sich, dann brachte ihn ein Stipendium in die USA. Kaum zurück durfte er mit Beate an einer der ersten Schulen für Freiwillige in Loppiano teilnehmen. 1969 heirateten sie. Beide unterrichteten am Gymnasium in Sinzig, fünf Kinder wurden ihnen geschenkt. Ihr Haus stand offen für alle und die Gütergemeinschaft lebten sie entschieden.

Unerschütterlich glaubte Willi an die Liebe, die sein Denken und Handeln prägte, insbesondere in der Familie, zu der auch einige Jahre seine pflegebedürftige Mutter gehörte. Als kritischer Geist scheute er sich nicht, seine Meinung offen zu äußern – mal mit großer Empathie, mal mit klarer Direktheit, oft humorvoll. So wurde er zu einem authentischen, greifbaren Gegenüber. Seine Offenheit war Ausdruck seiner tiefen Verbundenheit. Der andere war ihm nie gleichgültig und er konnte gut zuhören. Vielfältig engagierte er sich in seiner Pfarrgemeinde, leitete Wortgottesdienste, gründete mit Beate einen Familienkreis und einen „Wort des Lebens“-Kreis, war jahrelang im Pfarrgemeinderat und verantwortlich für einen Vorfreiwilligenkreis. Er hat seinen Glauben gelebt und geteilt. So oft wie möglich feierte er die Heilige Messe mit, war treu in den täglichen Gebeten, betonte aber auch, dass er glaube, nicht wisse, und Antworten auf seine Fragen im nächsten Leben erhoffe.

Vor Jahrzehnten schrieb er Chiara, ob auch er als Freiwilliger zum Zeichen seiner Entscheidung für Gott und seiner Bindung ans Werk das Kreuzchen der Fokolare tragen dürfe. Chiara kam seiner Bitte nach und er trug es täglich.

2021 wurden Keller und Erdgeschoss seines Hauses beim Ahrhochwasser geflutet. Sein Gottvertrauen half ihm, darüber hinweg zu kommen.

Seine Liebe zu den Menschen, Pflanzen und Tieren, insbesondere zu seinen Bienen, sein tief verwurzelter Glaube und sein theologisches Wissen haben ihn so einzigartig gemacht.

Zusammengestellt von Gabi Ballweg; Foto: privat