
Konrad Besmer (14.3.1933 – 27.10.2025)
Während Konrads Schulzeit tobte der Zweite Weltkrieg. Im Gasthof der Eltern tummelten sich oftmals Soldaten. Die Gaststube war dann mit Rauch gefüllt, was dem Jungen, der Asthmatiker war, gesundheitliche Probleme verursachte, sodass er mehrmals monatelang nach Davos zur Erholung musste.
Mit 16 Jahren trat Konrad ins Lehrerseminar ein. Dichtung und Musik, vor allem sein geliebtes Klavierspiel, wurden wichtiger. 1952 mussten Seminaristen wegen Lehrermangels aushilfsweise bereits vor ihrem Abschluss unterrichten; auf einem Klassenfoto sieht man den jungen und beliebten Lehrer mit 48 Schülern. Konrad war ein in sich gekehrter Mensch, große Worte waren nicht sein Ding. Sportlich, musikalisch und zeichnerisch begabt gewann er die Herzen vieler Kinder. Während der Ferien leitete er jahrelang Sommerlager für seine Pfarrei. Immer wieder zog es ihn in die Berge, auch auf die Viertausender.
1959 heiratete Konrad Rita Koller. Dieser Ehe entstammen zwei Kinder. Anfang der 1970er-Jahre lernten beide die Fokolar-Bewegung kennen, in der sie sich bei den Freiwilligen engagierten. Später bekam Rita eine unheilbare Krankheit und Konrad war stark engagiert in der Pflege. 2001 mussten sie ihre Wohnung in der Stadt Zug aufgeben. Beide zogen in ein Pflegeheim, wo Konrad bis nach Ritas Tod 2008 engagierter Mitbewohner war.
Zeitweise wohnte er danach bei seiner Tochter und erfreute sich seiner Enkelkinder. Als Konrad nach der Coronakrise krank wurde, musste er in ein Altersheim umziehen. Auch dort war er gerngesehener Bewohner. Eine Zeitlang war es noch möglich, dass der Kernkreis ihn besuchte und mit ihm Lebenserfahrungen austauschte. Als Freiwilliger zu leben war ihm wesentlich. Fast täglich besuchte er die Bewohner der Demenzabteilung und spielte Stücke von Schubert und Mozart vor. Nach einem Sturz verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Freude bereiteten ihm immer noch die Besuche eines ehemaligen Schülers, seiner Freunde, seiner Familie – und die Dichtkunst. Konrad wurde ruhiger und bald äusserte er, es wäre für ihn an der Zeit, zum himmlischen Vater heimzukehren. Konrads Wunsch ging am 27. Oktober 2025 in Erfüllung.
Zusammengestellt von Gabi Ballweg; Foto: privat