Fast 100 Freundinnen und Freunde der Fokolar-Bewegung versammelten sich am zweiten Märzwochenende 2024 in Wien. Nach drei Jahren virtueller Begegnung bei online-Kongressen und abendlichen „Freunden am Freitag“ war es ein Fest, sich wieder einmal in Präsenz zu sehen.

Aus dem Nachsinnen über das Thema in Anlehnung an das Jahresthema „Beziehung hoch3. Von der Kraft der frohen Botschaft.“ wurde überraschend eine Schule der Freundschaft, die starke Momente der Begegnung und des tiefen Dialoges möglich machte. Definitiv eine Botschaft, die es wert ist, in die Welt getragen zu werden.

Ein allgemeiner Bericht findet sich auf der offiziellen Homepage der Bewegung (gerne auch zum Weitergeben an Freunde!). Hier möchten wir auf einige Besonderheiten des Wochenendes eingehen.

Die Familie des Werkes – offen für alle

Die Teilnehmenden waren aus allen Gruppierungen der Bewegung: Fokolare, Freiwillige, Priester und natürlich langjährige Freundinnen und Freunde. Besonders erwähnenswert ist die Teilnahme von Jüngeren, die noch weit entfernt vom Rentenalter sind. Außerdem waren einige Teilnehmende zum allerersten Mal bei einem Treffen der Fokolar-Bewegung. Eine wahrlich bunt gemischte Gruppe.
Im Laufe der Wochenendes war nie wichtig, wer welcher Gruppe angehörte. Von Anfang an herrschte eine gemeinsame Freude, zusammen zu sein und sich auf die angebotenen Inhalte einzulassen.

Unterstützung von der Gemeinschaft vor Ort

Niemand aus der eigentlichen Vorbereitungsgruppe kam aus Wien. Die Zusammenarbeit mit den Fokolarinnen des Hauses gerade im Vorfeld war unbezahlbar; ihre Geduld, ständige Änderungen und Sonderwünsche umzusetzen, schien endlos.
Einige Wochen vor der Begegnung meldeten sich dann plötzlich einige aus der Gemeinschaft vor Ort, die ihre Mithilfe, besonders bei den Workshops, anboten. Manfred Porsch und Gaby Wisser z.B. hatten Lust, das ganze Wochenende über auch mit dem Saal Musik zu machen. Diese handfeste Unterstützung war eine wundervolle Erfahrung für die Vorbereitungsgruppe.

Der Vor-Kongress als Vor-Bereitung

Die Vorbereitungsgruppe traf sich bereits ab Mittwoch in Wien zur gemeinsamen Arbeit und hatte eingeladen, zur Unterstützung und zum Kennenlernen der Stadt Wien daran teilzunehmen. Dies wurde von überraschend vielen (30 Personen waren wir am Ende) angenommen, nicht nur wegen des touristischen Highlights, sonders ganz besonders als Vorbereitung auf den eigentlichen Kongress. So wurden auch die Tage des Vor-Kongresses mit einer kurzen Meditation und einem anschließenden tiefen Austausch begonnen.

Bereitschaft zum Mittun

Auffällig war eine große Offenheit von Anfang an. Es gab kaum Hemmungen, sich im Saal vor allen zu äußern.
Am ersten Abend sollten alle ‚ihre persönliche Botschaft an die Welt‘ formulieren und dann in den Saal rufen. Fast alle haben das getan, und so ging es weiter. Es war sehr einfach, z.B. in der Essensschlange in ein wesentliches Gespräch zu kommen, egal mit wem.

Tiefes Zuhören

Savi Puchinger vom Zonenzentrum in Wien arbeitete mit allen am Samstagvormittag zum „Tiefen Zuhören“. Sie regte an, sich wirklich „leer“ zu machen und so einen Raum zu schaffen, in dem der Gesprächspartner seine Seele entfalten kann. Aus einer halbstündigen Übung in Zweiergruppen dazu kamen alle mit leuchtenden Augen zurück.

Freunde werden – Ein Beitrag von Uschi Schmitt und Roberto Rossi

Ein wichtiger Moment war der Beitrag der beiden Zonendelegierten Uschi Schmitt und Roberto Rossi. Sie waren im Vorfeld gebeten worden zu sagen, was die Freundinnen und Freunde der Fokolar-Bewegung als eine der Gruppierungen der Bewegung in ihren Augen bedeuten.

Freunden öffnest du dich, erzählst ihnen die Geheimnisse des Herzens.

Margaret Karram

In ihrer Antwort bezogen sie sich auf eine der Meditationen von P. Radcliff zu Beginn der Bischofssynode in Rom 2023 (Meditation 3):

„Durch die Freundschaft werden wir den Übergang vom ‚Ich‘ zum ‚Wir‘ vollziehen. Ohne sie werden wir nichts erreichen.“
„Das Mutigste, was wir in dieser Synode tun können, ist, ehrlich über unsere Zweifel und Fragen
miteinander zu sprechen, die Fragen, auf die wir keine klaren Antworten haben.“

Jede und jeder fühlte sich hineingenommen in diese Gruppe von Menschen, die ehrlichen Herzens solche Beziehungen suchen und das Anliegen haben, durch einen echten Dialog die Welt ein Stück besser zu machen.

Echos

Ein starkes Zeichen am Ende: Etwa 70 Personen nahmen an dem Abschlussgottesdienst teil. Es kam eine Spende von über 1000€ zusammen!

Aber es gab natürlich auch andere Echos:
„Ich bin von jeder Begegnung beschenkt, auch von denen, in denen ich das Geschenk nicht sofort erkennen kann.“
„Nichts war schwierig in diesen Tagen. Die Berührung mit dem eigenen Schmerz ist heilsam.“
„Ich nehme mit: Dem Nächsten näher, eine Leere der Liebe sein.“
„Der Kongress war sehr gut organisiert, enthielt besonders schöne, gehaltvolle, berührende und inspirierende, hervorragend gestaltete Inputs. Es war ein erfüllendes Wochenende. Ich denke, ich komme wieder.“

Ein Beitrag von Ulrike Comes. Fotos von Maria Kny und Ulrike Comes.