Maria Reder (2.4.1941 – 18.4.2025)

Oma, wer ist der Heilige Geist?“ Die Frage eines Enkels beantwortete Maria Reder schlicht mit: „Der, der die guten Ideen hat.“ Am Karfreitag ist sie ganz plötzlich ins Paradies gegangen, nachdem sie für ihre ganze Familie – Ehemann Hans, die drei Söhne, drei Schwiegertöchter und sechs Enkel – noch das Osterfest vorbereitet hatte. Für ihre Familie setzte Maria alles ein, die Beziehungen untereinander waren ihr immer ein Herzensanliegen.

Sie wuchs in Nordhessen auf. Nach der Heirat mit Hans und der Geburt der drei Söhne baute die Familie ein Haus im südlichsten Zipfel Niedersachsens, einem Dorf zwischen Kassel und Göttingen. Die Liebe zu Jesus und seiner Mutter Maria war die Grundmelodie ihres Lebens. Durch ihre Söhne lernte Maria die Spiritualität kennen und wurde 1998 Freiwillige. 

Für den Kernkreis war ihr kein Weg zu weit: An ihrem freien Tag – Maria arbeitete als Einzelhandelskauffrau in einem großen Textilgeschäft in Kassel – setzte sie sich in den Zug und reiste bis zu drei Stunden pro Weg, um mit ihren Kernkreisschwestern Jesus in der Mitte aufzubauen. Sie war oft diejenige, die darauf drängte, sich regelmäßig zu treffen. Eine Kernkreisschwester berichtet: „Für mich war Maria ein Beispiel von Maria hier auf Erden, immer bereit, Freud und Leid mit den Menschen zu teilen. Die Kraft dafür hat sie sich im Gebet, im regelmäßigen Besuch der Heiligen Messe und im Kernkreis schenken lassen.“ Als „mitfühlend und mitbetend“ beschreibt eine andere Freiwillige sie.

Ob in ihrem Beruf als Verkäuferin, der sie oft viel Kraft gekostet hat, in der Familie oder auch in der Kirchengemeinde, überall setzte Maria ihr Lebenswort von Chiara Lubich um: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr einander liebt.“ (Johannes 13,35) Dass Marias Liebe ankam, zeigen zwei Beispiele: Der Gemeindepfarrer hat extra seinen Urlaub verschoben, um Marias Beerdigung selber halten zu können. Und: Junge Frauen aus der Gemeinde berichteten, dass Maria oft Ansprechpartnerin in Glaubensfragen und Vorbild für sie gewesen sei.

Die Kunst war eine große Freude für Maria, die selbst Aquarellbilder gemalt und auch ausgestellt hat. Eines dieser Bilder zierte die Liedblätter für ihre Beerdigung.       

Zusammengestellt vom Kernkreis Hildesheim, Foto: privat